Politik
Radikale Anhänger des Salafismus, so wie hier im libanesischen Sidon im vergangenen Sommer, gehören in Syrien zu den am Kampf beteiligten Fraktionen im Bürgerkrieg.
Radikale Anhänger des Salafismus, so wie hier im libanesischen Sidon im vergangenen Sommer, gehören in Syrien zu den am Kampf beteiligten Fraktionen im Bürgerkrieg.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 25. Februar 2014

Unterstützung syrischer Terroristen : Polizei in NRW nimmt Salafisten fest

Es könnte ein wichtiger Schlag gegen den islamischen Terror in Deutschland sein: Ein einflussreicher Salafist wird von Ermittlern in Mönchengladbach verhaftet. Unter anderem soll der 33-Jährige Spendengelder für humanitäre Hilfe zweckentfremdet haben.

Nach mehreren Wohnungsdurchsuchungen in Mönchengladbach und Düsseldorf hat die Polizei einen einflussreichen salafistischen Prediger festgenommen. Der 33-Jährige wurde in Mönchengladbach verhaftet, wie die Ermittler mitteilten. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft ihm vor, für den gewaltsamen Kampf gegen den syrischen Staat Geld- und Sachleistungen gesammelt zu haben. Außerdem soll er gemeinsam mit einem 24-jährigen Stuttgarter im vergangenen  Jahr einen 37 Jahre alten Deutschen zur Ausreise nach Syrien angestiftet haben, um dort im Bürgerkrieg zu kämpfen.

Der Mann gehöre seit mehreren Jahren zum Kreis einflussreicher salafistischer Prediger, hieß es. Ausgangspunkt waren Ermittlungen gegen die Salafisten-Szene in Stuttgart. Offiziell geht es um den Verdacht des Anwerbens für einen fremden Wehrdienst und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Die Ausreise des 37-Jährigen und des Mannes aus Stuttgart habe verhindert werden können, teilten die Behörden weiter mit. Sichergestellt wurden bei den Durchsuchungen mehrere Notebooks und Mobiltelefone, ein vierstelliger Bargeldbetrag sowie schriftliche Unterlagen.

Notarztwagen mit Bargeld

Unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe für Syrien soll der 33-Jährige zum Beispiel Geld gesammelt und einen ausrangierten Notarztwagen gekauft haben. Er soll zwei Männer dazu angestiftet haben, Bargeld über die Türkei nach Syrien zu fahren - getarnt als humanitäre Hilfsfahrt. "Mit dem Auto und dem Bargeld sollte in Aleppo eine dschihadistische Gruppierung im Kampf gegen die amtierende syrische Regierung unterstützt werden", hieß es bei der Staatsanwaltschaft. Der  Notarztwagen und das Bargeld seien im Raum Nürnberg von LKA-Ermittlern sichergestellt worden.

Verteidiger Mutlu Günal sprach in "Focus Online" von "haarsträubenden Vorwürfen". Die Inhaftierung sei "angesichts solch dünner Beweislage (...) eine Farce". Zur Identität des 33-Jährigen wollten sich die Ermittler in  Stuttgart auf Anfrage nicht äußern - nach Informationen des "Focus" soll es sich jedoch um den führenden Salafisten Sven L. handeln

Quelle: n-tv.de

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