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Durch Bremen patroullieren Polizisten mit Maschinenpistolen.
Durch Bremen patroullieren Polizisten mit Maschinenpistolen.(Foto: imago/Stefan Schmidbauer)

Terroralarm in Norddeutschland: Polizeieinsatz in Bremen geht weiter

Nach Hinweisen auf mögliche Gewalttaten von Islamisten legt die Polizei ein "Sicherheitsnetz" über Bremen. Es gibt Durchsuchungsaktionen und Festnahmen. So soll das Schlimmste verhindert werden.

Nach einer Warnung vor gewaltbereiten Islamisten kommt Bremen nicht zur Ruhe. In der Nacht war der Polizeieinsatz noch in vollem Gange. Im Laufe des Samstages hatten die Beamten einen Verdächtigen festgenommen. Zudem seien mehrere Menschen in Gewahrsam, sagte ein Sprecher am Morgen.

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Es bestehe eine erhöhte Gefahr durch Extremisten, hatte die Polizei am Samstag mitgeteilt und auf Hinweise unter anderem vom Verfassungsschutz verwiesen. Die Beamten waren teils mit Maschinenpistolen in der Stadt und zeigten eine hohe Präsenz. Die Polizei sprach davon, man habe vorsorglich eine "Sicherheitsnetz" über die Bremer Innenstadt gelegt. Später wurden ein Islamisches Kulturzentrum und eine Wohnung durchsucht. "Das sind auf jeden Fall Leute, die mit der Gefährdungslage durch islamistische Gewalttäter in Bremen zu tun haben", sagte ein Polizeisprecher.

Das Fußballbundesligaspiel zwischen Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg sollte am Sonntag aber wie geplant angepfiffen werden. Zum Nord-Duell werden mehr als 40.000 Besucher im Weserstadion erwartet.

Warnungen mehren sich

Es ist bereits die dritte Warnung in recht kurzer Zeit. Mitte Februar hatte eine Terrorwarnung zur kurzfristigen Absage des Karnevalsumzugs in Braunschweig geführt. Im Januar waren in Dresden eine Pegida- Demonstration und alle weiteren Kundgebungen am gleichen Tag aus Sicherheitsgründen verboten worden.

Die Polizei in Bremen versuchte, alle relevanten Gebäude besonders schützen. Rund um die Bürgerschaft, das Rathaus und den Dom standen Polizeibusse. Auch eine Synagoge wurde bewacht. Bremen gilt als eine Hochburg radikaler Islamisten. Zuletzt wurden nach Angaben von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) rund 360 Salafisten vom Verfassungsschutz beobachtet. Mindestens 19 Islamisten plus 11 Kinder aus Bremen sind nach Syrien gereist, um dort zu kämpfen, so die Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden. Fünf sollen bereits wieder zurückgekehrt sein, drei starben offenbar bei Kämpfen.

Der GdP-Vorsitzende Oliver Malchow bewertete die "erfolgreiche Festnahme mutmaßlicher Terroristen durch die Bremer Polizei am Samstag" als "ein Ergebnis herausragender nachrichtendienstlicher und polizeilicher Arbeit". Malchow forderte "die Politiker" auf, aufzuhören, "von einer abstrakten Terrorgefahr in Deutschland zu reden". "Deutschland ist zweifelsohne im Visier der Terroristen", erklärte Malchow. "Die Terrorwarnungen werden immer häufiger und konkreter." Am Freitagabend hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bei einer Diskussion in Braunschweig betont, dass ein Anschlag in Deutschland "nicht total auszuschließen" sei.

Quelle: n-tv.de

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