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Ein Panzer der ukrainischen Armee bei Novosvetlovka.
Ein Panzer der ukrainischen Armee bei Novosvetlovka.(Foto: imago/ITAR-TASS)

"Schlimmste Szenarien": Poroschenko warnt vor Krieg mit Russland

Der ukrainische Präsident Poroschenko hält inzwischen offenbar kaum mehr etwas für unmöglich: Das Land sei auf einen Krieg mit Russland vorbereitet, sagt er. Und setzt dabei auf "Unterstützung aus der ganzen Welt".

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hält eine Ausweitung der Kämpfe im Osten seines Landes und einen Krieg mit Russland für möglich. "Wir wollen nichts mehr als Frieden, aber wir müssen uns leider derzeit auch mit den schlimmsten Szenarien befassen", sagte Poroschenko der "Bild"-Zeitung. "Wir haben uns auf das Szenario für einen totalen Krieg vorbereitet", so Poroschenko weiter.

Russland warf er vor, sich an keine Absprachen zu halten und immer wieder Versprechen zu brechen. "Wir sind bereit für Kompromisse und glauben, dass der Konflikt nicht militärisch gelöst werden kann. Russland dagegen verspricht etwas und tut am nächsten Tag genau das Gegenteil", zitierte die Zeitung Poroschenko.

Zugleich gab sich der ukrainische Präsident zuversichtlich: "Unsere Armee ist in einem wesentlich besseren Zustand als noch vor fünf Monaten und wir haben die Unterstützung aus der ganzen Welt. Unsere Soldaten zeigen, dass sie unser Land verteidigen können."

Am Samstag war bekanntgeworden, dass die Ukraine alle staatlichen Leistungen in den abtrünnigen Rebellengebieten im Osten des Landes einstellt. Poroschenko ordnete an, die Finanzierung von Staatsbetrieben und Behörden in dem Bürgerkriegsgebiet zu stoppen sowie Mitarbeiter in andere Landesteile zu verlegen.

Tausende Tote

Mehr als 4000 Menschen wurden bereits in der Ostukraine getötet. Am Wochenende starben dort mindestens zehn Menschen bei erneuten Kämpfen. Das Militär berichtete von Dutzenden Schusswechseln. Hunderttausende Ukrainer sind inzwischen auf der Flucht. Allein in der Großstadt Luhansk sank die Einwohnerzahl wegen des Bürgerkriegs drastisch. Von ursprünglich 400.000 Einwohnern seien noch rund 170.000 da, berichtete die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) unter Berufung auf örtliche Behörden.

Der Westen wirft der Regierung in Moskau vor, die Separatisten im Osten der Ukraine zu unterstützen und das Nachbarland damit zu destabilisieren. Deswegen wurden Sanktionen verhängt, auf die Russland mit Gegenmaßnahmen reagiert. Nachdem der russische Präsident Wladimir Putin zuletzt betonte, er werde eine Niederlage der prorussischen Separatisten nicht zulassen, kamen auf dem G20-Gipfel in Australien Forderungen nach weiteren Sanktionen auf. Russland weist eine Beteiligung an dem Konflikt entschieden zurück.

Quelle: n-tv.de

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