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Priebke im Mai 1996 bei seinem Prozess in Rom.
Priebke im Mai 1996 bei seinem Prozess in Rom.(Foto: AP)

Argentinien will NS-Kriegsverbrecher nicht: Priebkes Leichnam muss in Rom bleiben

Eigentlich will Altnazi Erich Priebke neben seiner Frau begraben werden. Doch die argentinische Regierung "wird diesen Affront gegen die Menschenwürde nicht akzeptieren." Nun soll die Trauerfeier in der Ewigen Stadt abgehalten werden.

Argentinien will die sterblichen Überreste des in Italien verstorbenen NS-Kriegsverbrechers Erich Priebke nicht annehmen. "Außenminister Hector Timerman hat den Befehl erlassen, nicht die geringsten Bestrebungen zur Rückführung der Leiche (...) in unser Land hinzunehmen", teilte das Außenministerium in Buenos Aires mit. "Argentinien wird diesen Affront gegen die Menschenwürde nicht akzeptieren." Jüdische Organisationen im Lande begrüßten die Entscheidung.

Nun bleiben Priebkes Überreste wohl in Rom, wo er auch beigesetzt wird. Sein Anwalt, Paolo Giachinia, kündigte an, dass die Trauerfeier voraussichtlich am Dienstag in einer Kirche in der italienischen Hauptstadt stattfinden wird.

Der 100 Jahre alte einstige SS-Offizier, der als einer der letzten noch lebenden Nazi-Verbrecher galt, war in Rom gestorben und sollte eigentlich neben seiner Ehefrau in Argentinien beerdigt werden. Priebke stand in Giachinis Wohnung unter lockerem Hausarrest, nachdem er 1998 in Italien wegen eines Massakers im März 1944 zu lebenslanger Haft verurteilt worden war. Er war nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien geflohen und hatte zeitlebens keine Reue gezeigt.

Unter echtem Namen

Bis 1994 hatte Priebke vierzig Jahre lang unbescholten unter seinem echten Namen in einem Badeort in Argentinien gelebt. Dann entdeckte ihn ein nach Nazis recherchierender US-Journalist, und der einstige SS-Offizier wurde nach Italien ausgeliefert. Dort wurde er wegen des Massakers in den Ardeatinischen Höhlen bei Rom verurteilt, doch nur ein Jahr später kam er wegen seines angeblich schlechten Gesundheitszustands und hohen Alters wieder aus dem Militärgefängnis frei und in Hausarrest.

Am 23. März 1944 hatten italienische Partisanen mit Bomben 32 Männer einer deutschen Polizeieinheit getötet. Nur einen Tag nach dem Anschlag führten SS-Truppen insgesamt 335 ahnungslose Männer in die Höhlen, um sie zu erschießen. Priebke soll als Hauptsturmführer die Namensliste der Opfer geführt haben, unter denen 75 Juden waren. Er gestand außerdem, zwei Gefangene selbst erschossen zu haben.

Priebke bestand darauf, dass er Befehle befolgt habe und die Ermordung der Männer nicht hätte verhindern können. Für umso mehr Aufsehen sorgten in den vergangenen Jahren Bilder des augenscheinlich unbeschwerten Lebens des Kriegsverbrechers in Rom.

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Quelle: n-tv.de

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