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Abchasiens Präsident Raul Chadschimba und Russlands Staatschef Wladimir Putin (r.) besiegeln die Zusammenarbeit.
Abchasiens Präsident Raul Chadschimba und Russlands Staatschef Wladimir Putin (r.) besiegeln die Zusammenarbeit.(Foto: picture alliance / dpa)

"Schritt in Richtung Annexion": Putin bindet Abchasien an Russland

Die abtrünnige Südkaukasusregion Abchasien, die eigentlich zu Georgien gehört, verfügt seit 1993 über eigenständige staatliche Strukturen. Nun baut Russland dort seinen Einfluss weiter aus - mit Geld und Wirtschaftsvereinbarungen.

Russland und die abtrünnige georgische Schwarzmeer-Region Abchasien haben zum Ärger der georgischen Regierung ein Kooperationsabkommen geschlossen. Russlands Staatschef Wladimir Putin und sein abchasischer Kollege Raul Chadschimba unterschrieben einen entsprechenden Vertrag in der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi, wie der Kreml mitteilte. "Es geht darum, die Existenz Abchasiens in absoluter Sicherheit zu gewährleisten", erklärte Putin. Chadschimba sprach von einem "historischen Ereignis".

Russland verpflichtet sich in dem Abkommen, der 240.000-Einwohner-Republik zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus im kommenden Jahr mit fünf Milliarden Rubel, also etwa 270 Millionen Euro, unter die Arme zu greifen. Zudem gibt es Vereinbarungen über die Schaffung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums sowie über die Einrichtung gemeinsamer Streitkräfte.

Georgien: "Illegaler Akt"

Putin brachte auch die Erneuerung einer unterbrochenen Bahnverbindung von Abchasien durch Georgien bis nach Armenien ins Gespräch. "Wir können das realisieren", sagte er. Beobachter halten eine Zustimmung der Führung in Tiflis aber für fraglich.

"Die georgische Regierung verurteilt diesen illegalen Akt", erklärte Außenministerin Tamar Berutschaschwili in Tiflis. Die Unterschrift sei ein "Schritt in Richtung einer faktischen Annexion der Region Abchasien durch die russische Föderation" und eine "Verletzung der territorialen Integrität Georgiens und des internationalen Rechts", sagte Berutschaschwili weiter.

Russland und Georgien hatten im August 2008 einen fünf Tage langen Krieg um Abchasien und die ebenfalls abtrünnige Provinz Südossetien geführt. Moskau erkannte die beiden Kaukasusprovinzen danach als unabhängig an. In der Region sind Tausende russische Soldaten stationiert, Georgien wertet dies als Besetzung.

Quelle: n-tv.de

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