Politik

"Fremdenlegion der Nato": Putin greift ukrainische Armee verbal an

Dass Russlands Staatschef Putin nicht viel von der ukrainischen Armee hält, war bereits bekannt. Doch nun wählt er neue Worte, um die Streitkräfte des Nachbarlandes zu charakterisieren - zu einem brisanten Zeitpunkt.

Die ukrainische Armee kämpft nicht für die Sache der Ukraine, glaubt Putin.
Die ukrainische Armee kämpft nicht für die Sache der Ukraine, glaubt Putin.(Foto: AP)

Der russische Präsident Wladimir Putin fühlt sich vom Westen bedroht - allen voran die Nato macht ihm offenbar Angst. Glaubt man seinen Äußerungen, ist der gesamte Ukraine-Konflikt ferngesteuert. Aber nicht von ihm, sondern von den USA und der Nato. Nun hat er diese Ansicht mit einer neuen Formel auf den Punkt gebracht: Er bezeichnete die ukrainische Armee als verlängerten Arm der Nato.

Das Militär des Nachbarlands sei "keine Armee, sondern eine Fremdenlegion, in diesem Fall die Fremdenlegion der Nato", sagte Putin in St. Petersburg. Die ukrainischen Streitkräfte dienten "natürlich nicht den nationalen Interessen der Ukraine". Ziel der Nato sei es, "Russland in Schach zu halten". Dies wiederum diene "nicht den nationalen Interessen des ukrainischen Volkes".

Stoltenberg winkt ab

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bezeichnete die Äußerung Putins als "Unsinn". "Die ausländischen Truppen in der Ukraine sind russisch", betonte Stoltenberg. Die Nato sei "Teil breiter internationaler Bemühungen, die Ukraine zu unterstützen". Alle Beteiligten wüssten, "dass es keine militärische Lösung für den Konflikt in der Ukraine gibt". Die Nato leiste praktische Hilfe, insbesondere bei der Reform und Modernisierung der Streitkräfte.

Angesichts der neu aufgeflammten Kämpfe in der Ukraine hatte Stoltenberg Russland aufgefordert, die Unterstützung der Separatisten im Osten des Landes unverzüglich einzustellen. Moskau habe in den vergangenen Woche hunderte Ausrüstungsgegenstände an die Gegner der Regierung in Kiew geliefert, darunter Raketensysteme, gepanzerte Fahrzeuge und schwere Artillerie, sagte er. "Wir fordern Russland auf, seine Unterstützung für die Separatisten sofort zu beenden."

Die ukrainische Führung hat derweil in den Separatistengebieten Donezk und Lugansk formell eine Notstandssituation erklärt. "Ich bitte Sie, das nicht mit dem Ausnahmezustand oder dem Kriegsrecht zu verwechseln. Die Entscheidung bedeutet, dass alle Dienste sieben Tage die Woche rund um die Uhr arbeiten sollen", sagte Regierungschef Arseni Jazenjuk in Kiew. Dafür seien alle Behörden landesweit in erhöhte Bereitschaft versetzt worden. Absicht sei, die volle Koordination aller Machtorgane für den Schutz der Bevölkerung zu erlangen. Die Erfolgsaussichten gelten als fraglich, da die prowestliche Führung die Kontrolle über große Teile des Donbass verloren hat.

Quelle: n-tv.de

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