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Wladimir Putin will nicht die Ostukraine, sondern Einfluss auf das ganze Land.
Wladimir Putin will nicht die Ostukraine, sondern Einfluss auf das ganze Land.(Foto: picture alliance / dpa)

Nato-Einschätzung: Putin will die Ostukraine nicht

Geheimdienste der Nato-Staaten glauben, dass der russische Präsident Putin die Ostukraine nicht annektieren will. Im Gegenteil: Über die Region um Donezk und Luhansk will Putin sich dauerhaften Einfluss auf die Ukraine sichern.

Mit der Ostukraine hat der russische Präsident Wladimir Putin nach Einschätzung der Nato andere Pläne als mit der Krim. Der "Spiegel" meldet, das westliche Militärbündnis gehe davon aus, Russland wolle die selbsternannten  "Volksrepubliken" Luhansk und Donezk nicht annektieren, sondern in der Ukraine belassen.

Demnach strebt Putin eine Einigung mit Kiew mit dem Ziel einer föderalisierten Ukraine an. Luhansk und Donezk sollten dann den Einfluss Moskau auf das gesamte Land sicherstellen.

Als Quelle gibt das Nachrichtenmagazin "Geheimdienstler aus Nato-Staaten" an. Diese verwiesen darauf, dass die russischen Spezialkräfte in der Ostukraine auch eine Kontrollfunktion ausübten. In der Vergangenheit seien die mehr als ein Dutzend Separatistengruppen für Putin nur schwer zu steuern gewesen. Dies wolle der Kremlchef nun ändern.

Putin sieht Waffenruhe kommen

Nach offizieller Darstellung der Nato befinden sich in den ukrainischen Rebellengebieten einige Hundert russische Soldaten. Außerdem unterstützt Russland die Separatisten nach Auffassung der Nato mit Waffen. Russland bestreitet dies und wirft dem Westen im Gegenzug vor, die Sicherheit in Europa durch die Nato-Osterweiterung untergraben zu haben. Der Gewalt in der Ostukraine sind seit dem Frühjahr mehr als 4300 Menschen zum Opfer gefallen.

Putin hatte sich am Samstag nach einem Treffen mit Frankreichs Staatschef François Hollande in Moskau zuversichtlich gezeigt, dass die Kämpfe in der Ostukraine rasch beendet und eine dauerhafte Waffenruhe umgesetzt werden könne. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko sollen am Dienstag in Minsk Vertreter aus Kiew, der Rebellen, der russischen Regierung sowie der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu Verhandlungen über eine friedliche Lösung zusammenkommen.

Unterdessen warf Bundeskanzlerin Angela Merkel Putin vor, Europa destabilisieren zu wollen. So bereite Russland Ländern Schwierigkeiten, die "aus eigener souveräner Entscheidung ein Assoziierungsabkommen mit der EU unterschrieben" hätten. Konkret nannte Merkel Moldau, Georgien und die Ukraine.

So leide die Republik Moldau seit Jahren unter dem Konflikt um Transnistrien. Georgien leide ebenfalls seit Jahren unter dem eingefrorenen Konflikt in Südossetien und Abchasien. Und die Ukraine müsse die Annexion der Krim und die Kämpfe im Osten des Landes erleben, sagte Merkel. "Wir sehen außerdem, dass Russland wirtschaftliche und politische Abhängigkeiten in einigen Ländern des Westbalkans zu schaffen versucht."

Quelle: n-tv.de

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