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Aus den Kampfgebieten gibt es immer wieder widersprüchliche Berichte. Die Lage ist unübersichtlich.
Aus den Kampfgebieten gibt es immer wieder widersprüchliche Berichte. Die Lage ist unübersichtlich.(Foto: REUTERS)

Tote bei Straßenkampf: Rebellen berichten von Giftgas

Bei Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungssoldaten im syrischen Homs gibt es erneut Tote. Nach Angaben zweier Oppositionsgruppen sterben die Männer aber nicht durch konventionelle Waffen. Angeblich wurde Gas eingesetzt, um sie zu töten. Besonders Moskau verfolgt die Berichte mit Aufmerksamkeit - wegen der russischen Drohkulisse.

Syrische Regierungstruppen haben nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten im Kampf gegen Rebellen in Homs Granaten mit einem tödlichen Gas eingesetzt. Nach Berichten von Oppositionellen in der zentralsyrischen Stadt seien sechs Rebellen gestorben, nachdem sie ein geruchloses Gas und weißen Rauch eingeatmet hätten, erklärte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. In der Gegend habe sich Gas ausgebreitet, nachdem Regierungstruppen Sprengsätze geworfen hätten, die weißen Rauch absonderten, sobald sie aufschlugen.

Laut der Beobachtungsstelle wurden die Gasbomben bei Straßenkämpfen eingesetzt. "Denjenigen, die das Gas einatmeten, wurde übel und sie bekamen starke Kopfschmerzen", erklärten die Aktivisten weiter. Manche hätten Schwindelanfälle oder epileptische Krämpfe bekommen. Möglicherwei se handele es sich um ein bislang noch nie eingesetztes Gas. Der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte, "es handelt sich nicht um eine chemische Waffe, aber wir wissen nicht, ob sie international verboten ist oder nicht".

Russland beobachtet die Lage

Am 23. Dezember bombardierte die syrische Luftwaffe eine Bäckerei - eine perfide Taktik.
Am 23. Dezember bombardierte die syrische Luftwaffe eine Bäckerei - eine perfide Taktik.(Foto: AP)

Die Beobachtungsstelle rief das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) auf, dringend spezialisierte Ärzte nach Homs zu schicken, um Verletzten zu helfen und einen Bericht über das Gas zu verfassen. Auch das Rebellennetzwerk Lokale Koordinierungskomitees (LCC) berichtete vom Einsatz von Gasbomben durch die Regierungstruppen in Homs. Das Gas führe zu großen Atembeschwerden und einer Verengung der Iris, erklärten die Komitees.

Sowohl die Beobachtungsstelle als auch das Rebellennetzwerk sind jedoch als Informationsquelle nicht unumstritten. Beide geben ausschließlich die oppositionelle Sichtweise zur Kenntnis. Zudem hatte es mehrfach schon Berichte über den Einsatz chemischer Kampfstoffe gegeben, die sich als falsch herausstellten. Dass das Regime jedoch vor grauenhaften Taktiken nicht zurückschreckt, zeigte es erst am Sonntag. Da bombardierte die Luftwaffe hungrige Menschen, die an einer Bäckerei für Brot anstanden.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte im Vorfeld gewarnt, ein Einsatz chemischer Waffen wäre für die syrische Führung "politischer Selbstmord". Syriens Präsident Baschar al-Assad machte der russischen Führung gegenüber laut Lawrow wiederholt die Zusage, dass der Einsatz von Chemiewaffen in dem Konflikt nicht angeordnet werde.

Derweil kündigte der Emir von Kuwait an, dass Ende Januar eine Geberkonferenz für Syrien stattfinden werde. Er habe UN-Generalsekretär sein Einverständnis damit übermittelt, dass diese Konferenz in seinem Land ausgerichtet werden solle, um humanitäre Hilfe für das syrische Volk zu organisieren, erklärte Scheich Sabah al-Ahmad al-Sabah. Die Vereinten Nationen hatten vor wenigen Tagen einen Hilfsappell über rund 750 Millionen Euro gestartet, um den syrischen Flüchtlingen und weiteren Syrern, die vom Konflikt betroffen sind, zu helfen.

Quelle: n-tv.de

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