Politik
Stundenlang im Bus gefangen: Flüchtlinge in Deutschland.
Stundenlang im Bus gefangen: Flüchtlinge in Deutschland.(Foto: youtube.com / Screenshot n-tv.de)

Video zeigt Wut und Tränen: Rechte empfangen Flüchtlinge in Sachsen

Flüchtlinge kommen mit einem Bus im Erzgebirge an, sie sollen dort untergebracht werden. Etwa 100 Menschen blockieren die Bustür, den Zugang zum Gebäude und skandieren "Weg mit euch!", oder "Haut ab!" Ein Video zeigt die erschütternde Szene.

In Rechenberg-Bienenmühle, Ortsteil Clausnitz, haben am Donnerstag etwa 100 Menschen gegen die Erstbelegung einer Asylbewerberunterkunft demonstriert. Die Gemeinde liegt im Erzgebirge in Sachsen. Drei Fahrzeuge blockierten zudem die Zufahrt zum Gebäude, teilte die Polizei mit. Die Asylgegner umstellten demnach den Bus, in dem die Flüchtlinge nach Clausnitz gebracht wurden, und hinderten sie am Ausstieg.

Was diesen Vorfall so greifbar macht, sind Videoaufnahmen, die im Internet kursieren. Es ist zu sehen, wie die Demonstranten sich um den Bus herum positioniert haben und zu hören, was sie rufen. Der Hauptteil skandiert fast pausenlos "Wir sind das Volk". Immer wieder sind auch Zwischenrufe wie "Weg mit euch!", "Haut ab!", oder einfach nur "Weg!" zu hören. Zynischerweise ist auf der Zielanzeige des Busses "Reisegenuss" zu lesen. Dass die Aufnahmen aus Clausnitz stammen, ist inzwischen von der Polizei bestätigt.

Anzeigen aufgenommen

Laut "SZ" kamen 25 Flüchtlinge im Stadtteil Clausnitz an. "Da war schon aufgeheizte Stimmung", wird Bürgermeister Michael Funke zitiert. Die Aufnahme der Flüchtlinge soll schon lange geplant gewesen sein. In dem Bus sind Menschen zu sehen, die einen verängstigten Eindruck machen. Eine Frau mit Kopftuch ruft den Demonstranten offenbar aufgebracht etwas zu. Ein Junge verlässt unter Tränen das Fahrzeug. Eine weitere Frau ist offensichtlich so verstört, dass sie getröstet werden muss. Die Polizei gab an, sie habe zwei Anzeigen aufgenommen, eine wegen der Androhung von Straftaten und die andere wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

"Sueddeutsche.de" meldete, das erste Video von der Szene sei in der Facebook-Gruppe "Döbeln wehrt sich - Meine Stimme gegen Überfremdung" gepostet worden. Döbeln liegt etwa 60 Kilometer von Clausnitz entfernt. Inzwischen ist weder die Gruppe, noch die Aufnahme noch bei Facebook auffindbar.

Quelle: n-tv.de

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