Politik

Atomkraft, nein dankeRegierung setzt auf Wind

06.07.2008, 10:10 Uhr

Statt neuer Atomkraftwerke plant die Bundesregierung neue Windparks. Ein Raumordnungsplan für bis zu 30 Windanlagen in der Nord- und Ostsee wurde jetzt im Bundesbauministerium fertig gestellt. Bis zum Jahr 2030 sollen aus diesen Windparks 25.000 Megawatt Strom kommen.

Angesichts des stetig steigenden Gas- und Ölpreises will die Bundesregierung verstärkt auf Windenergie setzen. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) habe einen Raumordnungsplan zum Bau von bis zu 30 Windparks in der Nord- und Ostsee fertig gestellt, berichtet die "Welt am Sonntag". "Wir setzen auf regenerative Energien und nicht auf Atomkraft", sagte der SPD-Politiker der Zeitung.

"Der Raumordnungsplan ist jetzt ein erster Schritt dafür, dass 25 000 Megawatt bis zum Jahr 2030 aus der Windenergie kommen." Bundesregierung und Energiewirtschaft seien sich einig, dass die Investition in die Windparks sinnvoll sei. "Dies gilt umso mehr, je stärker der Ölpreis steigt. Die zahlreichen Anträge der Investoren belegen die Wirtschaftlichkeit", betonte Tiefensee. Ziel der Bundesregierung sei es, Deutschland mit den Offshore-Windparks unabhängiger von Energielieferungen aus dem Ausland zu machen. Zugleich bemühe sie sich, dem Naturschutz wie auch den Interessen des Tourismus Rechnung zu tragen.

Dem Raumordnungsplan zufolge werden die Windparks fernab der Küste jenseits der Zwölf-Seemeilen-Grenze in relativ tiefen Gewässern von 30 bis 40 Metern gebaut, berichtet die Zeitung. Jeder Windpark werde rund eine Milliarde Euro kosten. Dazu kämen bis zu 100 Kilometer lange Kabel, die von den Windparks zum Festland verlegt werden müssen.