Politik

100.000 Euro von Südwestmetall: Rekordspende bringt Grüne in Erklärungsnot

Traditionell stehen die Grünen nicht gerade im Verdacht, der deutschen Rüstungsindustrie besonders nahe zu stehen. Doch nun wirft eine außergewöhnlich hohe Parteispende eines Arbeitgeberverbandes ein seltsames Licht auf die Partei.

Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt mit Winfried Kretschmann, Grünen-Ministerpräsident in Baden-Württemberg
Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt mit Winfried Kretschmann, Grünen-Ministerpräsident in Baden-Württemberg(Foto: picture alliance / dpa)

Der Südwestmetall-Verband hat den deutschen Parteien 2014 insgesamt mehrere Hunderttausend Euro gespendet. An sich ist das nicht weiter bemerkenswert - wäre da nicht die überraschend hohe Spende für die Grünen. Das geht aus einer Aufstellung des Deutschen Bundestages von Parteispenden hervor. Wie der "Spiegel" berichtet, erhielten die Grünen 100.000 Euro kurz vor Weihnachten - ein neuer Rekord. Im Vorjahr waren es nur 60.000 Euro gewesen.

Die Grünen gelten eigentlich als Umwelt- und Friedenspartei. Zu den Mitgliedern des in Stuttgart beheimateten Südwestmetall-Verbandes zählen eine ganze Reihe von großen Rüstungsfirmen wie Heckler & Koch, Diehl Defence oder MTU. Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte zuletzt verstärkt um die Wirtschaft geworben. Benedikt Mayer, Bundesschatzmeister der Grünen, erklärt zu dem Vorgang, bei Südwestmetall seien nicht nur Rüstungsfirmen organisiert, sondern auch solche, "die etwa Umweltschutztechnologie herstellen".

Bereits Anfang Dezember hatte Südwestmetall-Chef Stefan Wolf sich für eine Koalition aus CDU und Grünen im Südwesten ausgesprochen. "Ich sehe in Schwarz-Grün eine vernünftige Option, eine solche Koalition kann ich mir in Baden-Württemberg gut vorstellen", sagte er mit Blick auf die Landtagswahl 2016. Im Gegensatz zur schwarz-roten Bundesregierung schenke die grünen-geführte Landesregierung der Wirtschaft Gehör.

Mehr Geld von Südwestmetall als die Grünen bekam mit 150.000 Euro nur die CDU. An die SPD flossen 55.000 Euro. Für die FDP waren es 80.000 Euro.

Quelle: n-tv.de

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