Politik

"Ihr solltet euch schämen"Republikaner blocken Hilfe

02.01.2013, 21:12 Uhr
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In Breezy Point, einer von "Sandy" besondern stark betroffenen Gegend in New York, sieht es zwei Monate nach der Katastrophe noch immer so aus. (Foto: REUTERS)

In den USA hat es gute Tradition, dass die Nation zusammensteht und hilft, wenn es Teilen des Landes schlecht geht. Diese Praxis sieht der republikanische Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, gebrochen: Seine Parteifreunde im Abgeordnetenhaus zögern mit der Freigabe der Milliardenhilfen für die Opfer von Hurrikan "Sandy". Mehrheitsführer John Boehner gerät in Erklärungsnöte.

Gut zwei Monate nach dem Hurrikan "Sandy" an der US-Ostküste müssen die Betroffenen weiter auf Hilfsgelder aus Washington warten. Der republikanische Mehrheitsführer im Abgeordnetenhaus, John Boehner, verhinderte ohne Angaben von Gründen eine Abstimmung über ein Gesetz, das insgesamt mehr als 60,4 Milliarden Dollar, das sind umgerechnet gut 45,5 Milliarden Euro, für die Opfer des verheerenden Sturms zur Verfügung gestellt hätte. Die andere Kongresskammer, der Senat, hatte die Summe bereits in der vergangenen Woche freigegeben.

US-Präsident Barack Obama rief die Republikaner im Repräsentantenhaus zur umgehenden Freigabe der Hilfsgelder auf. Die von den Republikanern dominierte Parlamentskammer solle die Summe "unverzüglich" freigeben, hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses. Die Regierung hatte die Unterstützung für die betroffenen Menschen im Nordosten der USA Anfang Dezember beim Kongress beantragt.

Christie wütet gegen Parteifreunde

In einer gemeinsamen Mitteilung beklagten auch der demokratische Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, und sein republikanischer Kollege aus New Jersey, Chris Christie, die Verzögerung durch das Repräsentantenhaus. "Nach allem, was New York und New Jersey, unsere Millionen Einwohner und kleinen Firmen ausgehalten und erlitten haben, sind diese Unentschlossenheit und diese Verzögerung durch das Repräsentantenhaus unentschuldbar", erklärten sie.

"Ihr solltet euch schämen", sagte Christie in Richtung des Abgeordnetenhauses. Er gab seinem Parteifreund Boehner die alleinige Schuld für das fortgesetzte Leiden zahlreicher "Sandy"-Opfer, die bei dem Sturm ihr Hab und Gut verloren hatten. Christie und Cuomo kritisierten, das Repräsentantenhaus habe die "Tradition" gebrochen, dass US-Bürger in Notsituationen schnelle Unterstützung erhielten.

Durch den Wirbelsturm "Sandy" vom 29. Oktober waren in den USA rund 120 Menschen ums Leben gekommen. Der Sturm richtete im Nordosten der USA schwere Zerstörungen und Überschwemmungen an, vor allem in New York und New Jersey.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP