Politik
Kürbisse am North Lawn: Auch das Weiße Haus feierte Halloween.
Kürbisse am North Lawn: Auch das Weiße Haus feierte Halloween.(Foto: AP)

Morbider Halloween-Scherz in den USA: Republikaner erschießen Zombie-Obama

von Sebastian Schöbel

US-Präsident Obama als Zombie, ein Einschussloch im Kopf: Mit diesem Bild sorgen Republikaner aus Virginia in den USA für Wirbel. Zwar ist die Fotomontage als Scherz zu Halloween gedacht, doch auch am Gruselfest ist irgendwann Schluss mit lustig, finden selbst Vertreter der "Grand Old Party".

Barack Obama gilt eigentlich nicht als humorloser Kotzbrocken, der keinen Spaß versteht. Im Gegenteil: Der Mann teilt auch schon mal selber aus, zuletzt sehr erfolgreich beim alljährlichen Abendessen der Washingtoner Hauptstadtpresse und im Interview mit Startalker Jay Leno. Doch was sich jetzt eine Untergruppe der republikanischen Partei geleistet hat, sprengt offenbar den Rahmen des Polit-Scherzes.

Oberzombie Obama und seine untoten Anhänger.
Oberzombie Obama und seine untoten Anhänger.(Foto: GOP Loudon County GOP)

Per E-Mail luden die Republikaner am Wochenende im Kreis Loudon, Bundesstaat Virginia, zu ihrer Halloween-Parade ein. Auf einer beigefügten Foto-Collage sind unter anderem demokratische Wähler zu sehen, die wie Untote "Oh bah ma" rufen sowie die bei Konservativen besonders verhasste Nancy Pelosi, Oppositionsführerin im Repräsentantenhaus. Und Präsident Obama: als Zombie mit Kopfschuss.

Genau dieses Bild sorgt nun für jede Menge Aufregung. Nicht erst seit dem Attentat auf die demokratische Abgeordnete Gabrielle Giffords, bei dem sechs Menschen starben, darunter eine Neunjährige, sind Andeutungen von Gewalt gegen Politiker tabu. Das Bild von Obama mit Kopfschuss - selbst wenn er als Untoter dargestellt ist - geht vielen zu weit. Nicht zuletzt den Republikanern selbst.

Hektische Distanzierung der Republikaner

Denn die Informationen über das Rundschreiben veröffentliche zuerst ein konservativer Blogger. Er urteilte, die Republikaner im Kreis Loudon seien eindeutig zu weit gegangen. Kurz darauf meldete sich auch die republikanische Partei des Bundesstaates Virginia zu Wort. Deren Vorsitzender, Pat Mullins, sagte, solche Bilder hätten "in der Politik nichts zu suchen, niemals". Auch der republikanische Gouverneur Virginias, Bob McDonnell, distanzierte sich von der E-Mail.

Das Signal kam in Loudon offenbar an. Der Chef der örtlichen republikanischen Partei erklärte, man werde von den Verursachern eine Entschuldigung verlangen. Man "bedauere zutiefst diese Andeutung von Gewalt gegen den Präsidenten oder jedwede andere politische Person”.

Dabei war die Einladung war durchaus politisch gemeint. Geworben wurde für einen Umzug an Halloween, bei dem offenbar auch Kandidaten der Partei anwesend waren. In der E-Mail heißt es dazu: "Wir werden die Zombies mit durchdachten, konservativen Prinzipien und jeder Menge republikanischen Süßigkeiten hinwegfegen ... es macht Spaß und ist eine tolle Möglichkeit, unsere Kandidaten einer großen Zahl von Wählern zu präsentieren."

Obama alles andere als untot

Obama selbst dürfte über den missratenen Scherz eher lächeln. Denn den Vergleich mit einem von Maden zerfressenen Zombie muss er sich nicht gefallen lassen. Im Gegenteil: Der Ex-Raucher und bekennende Fastfood-Freund erfreut sich laut der aktuellen Untersuchung seines Leibarztes bester Gesundheit. Das Rauchen habe er sich inzwischen abgewöhnt und sein Cholesterin sei geradezu "ideal".

Vom Weißen Haus oder dem Secret Service, der Leibwache des Präsidenten, gab es zu der missglückten Collage bisher keinen Kommentar.

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Quelle: n-tv.de

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