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Das Atomkraftwerk Tihange in Belgien.
Das Atomkraftwerk Tihange in Belgien.(Foto: picture alliance / dpa)

Sorge um Tihange 2 in Belgien: Risse an Atommeiler entdeckt

Schon seit Jahren gibt es Hinweise auf tausende Risse an belgischen Atommeilern des Betreibers Electrabel gefunden. Seitdem dauern die Untersuchungen. Jetzt werden weitere Risse entdeckt, die das Aus für die bereits abgeschalteten Meiler bedeuten könnten.

Ein weiterer abgeschalteter Atomreaktor in Belgien weist nach jüngsten Untersuchungen Anzeichen für Risse auf. Vorläufige Ergebnisse für den Meiler Tihange 2 bei Lüttich hätten an der Reaktorhülle "ähnliche Anzeichen" ergeben wie die Untersuchungen am Reaktor Doel 3 bei Antwerpen, sagte eine Sprecherin des Betreibers Electrabel in Brüssel. An Doel 3 waren im Sommer Hinweise auf tausende Risse gefunden worden, zunächst war von einem größeren Riss die Rede gewesen.

"Die Analysen in Tihange 2 gehen weiter und benötigen noch einigen Wochen, bevor es ein definitives und umfassendes Resultat gibt", sagte die Sprecherin von Electrabel, das zum französischen Konzern GDF Suez gehört. Doel 3 war im Juni für Routinekontrollen heruntergefahren worden, Tihange 2 im August. Die belgische Atomaufsichtsbehörde AFCN hatte sich im August skeptisch gezeigt, ob der Meiler in Doel jemals wieder angefahren werden könne.

Belgien verfügt über insgesamt sieben Atomreaktoren im flämischen Doel und im wallonischen Tihange, die alle von Electrabel betrieben werden. Die beiden jetzt untersuchten Doel 3 und Tihange 2 wurden von der mittlerweile nicht mehr aktiven niederländischen Firma RDM mit Hüllen ausgestattet. RDM war auch in anderen Ländern aktiv. In Deutschland wurden nach Angaben des Bundesumweltministeriums vom August in noch in Betrieb befindlichen AKW keine Reaktorbehälter desselben Typs verbaut.

Quelle: n-tv.de

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