Politik

Kampf gegen Ärztemangel: Rösler will NC kippen

Noten allein sagen doch nichts darüber aus, ob jemand ein guter Arzt wird. Das behauptet Gesundheitsminister Rösler - selbst Mediziner - und fordert die Abschaffung des Numerus clausus. Zudem plädiert er für andere Arbeitszeitmodelle von Ärzten.

Rösler hat den Kampf gegen den Ärztemangel aufgenommen.
Rösler hat den Kampf gegen den Ärztemangel aufgenommen.(Foto: REUTERS)

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler will dem drohenden Ärztemangel mit einem erleichterten Zugang zum Medizinstudium entgegenwirken. "Ich plädiere für eine Abschaffung des Numerus clausus und für eine stärkere Berücksichtigung von Auswahlgesprächen", sagte der FDP-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Außerdem müssten mehr Medizin-Studienplätze geschaffen werden, wie Nordrhein-Westfalen dies vormache.

Der Notendurchschnitt allein sage nichts darüber aus, ob jemand ein guter Arzt werde, sagte der Minister. Da seien auch noch ganz andere Faktoren wichtig wie die Fähigkeit zur menschlichen Zuwendung. Er habe mit den Gesundheitsministern der Länder über das Thema gesprochen und dabei noch keine Widerstände feststellen können, sondern eher Zustimmung. Auch mit Bundesbildungsministerin Annette Schavan habe er darüber gesprochen. "Ich würde die Umstellung gerne noch in dieser Legislaturperiode politisch auf den Weg bringen", sagte der Minister. Über die Zuteilungsverfahren für Studienplätze entscheiden die Länder.

Rösler sagte, auf dem Land gebe es bereits einen erheblichen Ärztemangel. "Wenn wir jetzt nicht handeln, wird das Problem dramatisch schon in den nächsten zehn Jahren", warnte er. Jeder zweite der 150.000 niedergelassenen Ärzte sei über 55 Jahre alt. Rösler plädierte auch für andere Arbeitszeitmodelle von Ärzten, weil bereits 60 Prozent der Medizinstudenten Frauen sind. Kliniken, die über Ärztemangel klagen, sollten den Arbeitsalltag anders organisieren, damit Halbtagsbeschäftigung von jungen Eltern möglich werde.

Quelle: n-tv.de

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