Politik
Hassan Ruhani gilt als moderater Reformer.
Hassan Ruhani gilt als moderater Reformer.(Foto: Reuters)
Montag, 17. Juni 2013

Neue Töne aus dem Iran: Ruhani signalisiert Mäßigung

Mit dem scheidenden iranischen Präsidenten Ahmadinedschad hatte der Westen im Atomstreit einen schwierigen Gesprächspartner. Der neue Mann in Teheran könnte da schon zugänglicher sein. Zumindest zeigen das die ersten Aussagen von Hassan Ruhani nach der gewonnenen Wahl.

Der designierte iranische Präsident Hassan Ruhani signalisiert dem Westen einen Kurs der Annäherung im Streit um das Atomprogramm des Landes. In seiner ersten Pressekonferenz nach der gewonnenen Wahl sagte Ruhani: "Um den Atomstreit beizulegen, werde ich zuerst mehr Transparenz an den Tag legen, um das Vertrauen (der Welt) zu stärken." Auf diese Weise wolle der Iran klarmachen, dass seine Nuklearpläne vollständig im Einklang mit internationalen Vereinbarungen stünden, sagte Ruhani.

Zugleich betonte Ruhani aber, er sei nicht bereit, die Urananreicherung zu unterbrechen. Zudem verurteilte er die internationalen Sanktionen gegen den Iran. Die Menschen in seinem Land hätten diese nicht verdient. Das iranische Atomprogramm sei legal und in Einklang mit internationalen Vorgaben. Der Westen verdächtigt den Iran, im Geheimen an Atomwaffen zu arbeiten, was Teheran bestreitet.

Der moderate Kleriker Ruhani versprach darüber hinaus eine neue Politik. "Das war mehr als eine Wahl, es war der Ruf der Mehrheit der Menschen nach Mäßigung und Respekt und gegen Extremismus", sagte er. "Der Iran hat ein neues Kapitel der Mäßigung eingeleitet."

Er werde seine Wahlversprechen nicht vergessen, versprach Ruhani. "Aber was ich schon jetzt sagen kann, ist, dass die Zeit der Traurigkeit vorbei ist", sagte er mit Blick auf die achtjährige Präsidentschaft des international umstrittenen Mahmud Ahmadinedschad. Ruhani hatte die Wahl auf Anhieb mit 50,7 Prozent der Stimmen gewonnen. Im August tritt er Ahmadinedschads Nachfolge an.

Quelle: n-tv.de

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