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Es handelt sich um Transportpanzer, wie Reuters-Reporter beobachtet haben.
Es handelt sich um Transportpanzer, wie Reuters-Reporter beobachtet haben.(Foto: REUTERS)

Transportpanzer überqueren Grenze: Russische Armee wohl in der Ukraine aktiv

Während der russische Hilfskonvoi für die Menschen in der Ostukraine überprüft wird, dringt eine Fahrzeugkolonne der Russen in die Ukraine ein. Das berichten britische Medien. Dass es sich um eine russische Invasion handelt, ist unwahrscheinlich. Kiew prüft die Angaben.

Briten hatten bereits im April Satellitenbilder von russischen Truppenkonzentrationen nahe der ostukrainischen Grenze vorgestellt.
Briten hatten bereits im April Satellitenbilder von russischen Truppenkonzentrationen nahe der ostukrainischen Grenze vorgestellt.(Foto: picture alliance / dpa)

Russische Militärfahrzeuge sind von Journalisten beim Eindringen auf ukrainisches Territorium beobachtet worden. Wie die britischen Zeitungen "The Guardian" und "The Telegraph" berichteten, überquerte ein Konvoi aus 23 gepanzerten Mannschaftstransportwagen gemeinsam mit Tanklastwagen und anderen Versorgungsfahrzeugen am späten Donnerstagabend die Grenze zum Nachbarland. An allen Fahrzeugen seien Kennzeichen des russischen Militärs angebracht gewesen. Zudem sollen Dutzende Transportpanzer noch auf russischem Gebiet an der Grenze bereitstehen.

Der Vorfall ereignete sich demnach in einem von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiet in der Ostukraine. Die ukrainische Regierung reagierte umgehend: Außenminister Pawlo Klimkin kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an. Die russische Armee dementierte einen solchen Vorstoß ins Nachbarland.

Wie der "Guardian" weiter berichtete, wartete der Armeekonvoi auf russischer Seite den Einbruch der Dunkelheit ab, nutzte dann einen Feldweg und fuhr durch eine Lücke im Grenzzaun in ukrainisches Gebiet. Es sei zwar unwahrscheinlich, dass es sich um eine großangelegte russische Invasion handele. Es gebe damit aber einen klaren Beleg, dass russische Truppen in der Ukraine aktiv seien, berichtete das Blatt. Der Vorfall ereignete sich demnach nahe des russischen Grenzorts Donezk. Der Ort liegt etwa 200 Kilometer östlich der gleichnamigen Separatistenhochburg in der Ukraine und 70 Kilometer östlich von Lugansk.

Hilfe rückt an

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Die Region Lugansk soll auch Ziel einer Hilfskolonne der ukrainischen Regierung sein. Wie der Sicherheitsrat in Kiew mitteilte, erreichten 26 Fahrzeuge aus Charkow am Abend die Stadt Starobelsk. Mitarbeiter des Roten Kreuzes sichteten die Waren. Insgesamt hat Kiew 75 Lastwagen mit rund 800 Tonnen Hilfsgüter ins Krisengebiet geschickt.

Ob auch der seit drei Tagen anrollende russische Hilfskonvoi die Grenze passieren darf, blieb aber unklar. Vertreter des ukrainischen Grenzschutzes haben nach Angaben aus Kiew die Grenze zu Russland überquert, um den Hilfskonvoi zu überprüfen.

Der Hilfstransport soll sich nach Angaben aus Kiew in einem Grenzort südöstlich von Lugansk sammeln. Mitarbeiter des Roten Kreuzes sollten die Ladung in der russischen Ortschaft Donezk übernehmen, sagte ein Sprecher des Grenzschutzes. Von sollen vergangene Nacht russische Truppen auf ukrainisches Gebiet vorgedrungen sein. Auf welcher Route die Hilfsgüter dann ins Krisengebiet gebracht werden sollen, war zunächst unklar. Vermutet wird, dass im Falle eines Überfalls auf den Hilfstransporter die russischen Truppen den Konvoi mit "friedensschaffenden Kräften" verteidigen könnten. Wegen eines Streits zwischen Kiew und Moskau über die Verteilung der Hilfsmittel saß die Lastwagenkolonne zuletzt nahe der Grenze fest.

Schwere Kämpfe um Donezk

Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben Lugansk von den Versorgungswegen der Aufständischen abgeschnitten. Die Kämpfe nahmen erneut an Härte zu. Beobachter sprachen von einem der verlustreichsten Tage seit Beginn der "Anti-Terror-Operation" Mitte April. Die Regierungstruppen bombardierten die Großstadt Donezk, sagte Separatistenanführer Andrej Purgin. Regierungstruppen und Aufständische tauschten derweil je 26 Gefangene aus. Der Separatistenführer Igor Strelkow zog sich aus der Führung der Aufständischen zurück. Der gebürtige Russe war "Verteidigungsminister" der selbst ernannten "Volksrepublik Donezk". Er gilt als Schlüsselfigur in den Kämpfen.

Luftraum für russische Maschinen tabu

Derweil erließ die Ukraine ein Überflugverbot gegen die russischen Gesellschaften Aeroflot und Transaero. Die Entscheidung Kiews ist eine Reaktion auf Sanktionen Moskaus. Der Schritt hat aber nichts zu tun mit den vom Parlament beschlossenen Strafmaßnahmen. Russlands Präsident Wladimir Putin forderte bei einem Treffen mit Ministern und Abgeordneten auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim ein Ende des Tötens in der Ostukraine. Die Lage in der Ukraine sei eine humanitäre Katastrophe. "Russland wird alles in seiner Macht stehende tun, um die Kämpfe so schnell wie möglich zu beenden", betonte er. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sprach mit Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Telefonat über den Konflikt.

Quelle: n-tv.de

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