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Etwa ein Drittel der deutschen Öleinfuhren kommt aus Russland.
Etwa ein Drittel der deutschen Öleinfuhren kommt aus Russland.(Foto: dpa)

Importstopp für polnische Waren: Russland droht höhere Energiepreise an

"Unbedacht" und "unverantwortlich", so nennt Russland die Sanktionen der EU - und kündigt höhere Energiepreise für den europäischen Markt an. Zudem stoppt Moskau fast komplett die Einfuhr von Obst und Gemüse aus Polen.

Als Konsequenz aus den neuen internationalen Sanktionen hat Russland höhere Energiepreise für Verbraucher in Europa angedroht. Die Strafmaßnahmen zu verhängen, sei ein "unbedachter, unverantwortlicher Schritt", der unausweichlich zu höheren Preisen auf dem europäischen Energiemarkt führen werde, teilte das russische Außenministerium. Die EU hatte umfassende Wirtschaftssanktionen gegen Russland beschlossen, die sich auch gegen den Energiesektor des Landes richten. Auch ein Exportstopp für Rüstungs- und Hightech-Güter wurde verhängt.

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Vermutlich ebenfalls als Reaktion auf die Maßnahmen der EU verkündete Russland auch einen Importstopp für Obst und Gemüse aus Polen. Als Begründung verkündete die Agraraufsicht in Moskau jedoch, die Einfuhr fast aller Sorten sei vom 1. August an wegen Verstößen gegen die Lebensmittelsicherheit verboten. Der polnische Landwirtschaftsminister Marek Sawicki erklärte, die polnischen Obst- und Gemüsebauern seien das "erste Opfer der EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland".

Polen unterstützt Kiew

Kommentatoren sehen die Handelsblockade auch als Reaktion auf Polens Politik in der Ukraine-Krise. Polen gilt als einer der wichtigsten Partner der prowestlichen Regierung in Kiew und befürwortet Sanktionen gegen Russland - als Strafe für Moskaus Unterstützung der Separatisten in der umkämpften Ostukraine. Die Moskauer Agraraufsicht gab an, in 90 Prozent aller überprüften Äpfel sei eine unzulässig hohe Belastung mit Pestiziden festgestellt worden. Von der Produktion gehe eine Gefahr für die Verbraucher aus. Die polnischen Behörden seien mehrfach verwarnt worden.

Beanstandet wurden auch Ungezieferbefall sowie fehlerhafte Lieferdokumente. Das Verbot gilt unter anderem für Birnen, Pflaumen und Kirschen, aber auch für Kohl. Sawicki betonte, Beanstandungen polnischer Produkte seien in der Vergangenheit geklärt worden. Das Einfuhrverbot sei "politische Repression", eine Lösung des Problems könne nur auf EU-Ebene gefunden werden.

Polen ist einer der wichtigsten Obst- und Gemüselieferanten für Russland. Nach russischen Angaben lag allein der Import von Äpfeln, Birnen und Quitten aus Polen im vergangenen Jahr bei 776.000 Tonnen - im Wert von rund 318 Millionen Euro. Nach Angaben des polnischen Landwirtschaftsministeriums gehen knapp sieben Prozent der polnischen Agrarexporte nach Russland.

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Quelle: n-tv.de

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