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Jens Stoltenberg, fordernd.
Jens Stoltenberg, fordernd.(Foto: dpa)

Stoltenberg: 26.000 Panzer weniger: Russland rüstet massiv auf, Nato ab

Russland, die Ukraine, der islamistische Terror - die Welt ist nicht friedlich, mahnt Nato-Generalsekretär Stoltenberg und fordert die Aufrüstung der Mitgliedsstaaten. In den vergangenen Jahren sei die Nato militärisch schwächer geworden, während Russland klotze.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnt die Parlamente in Bündnisstaaten wie Deutschland vor einer Fortsetzung des Sparkurses im Rüstungsbereich. "In friedlicheren Zeiten war es richtig, die Verteidigungsausgaben zu reduzieren. Aber wir leben nicht in friedlichen Zeiten", sagte der Norweger. Mit dem russischen Auftreten in der Ukrainekrise sowie der Gewalt in Nordafrika und im Nahen Osten habe sich die Welt verändert.

"Die Gefahren sind real", sagte der 55-Jährige. Stoltenberg wies darauf hin, dass seit dem Ende des Kalten Krieges die Zahl der Panzer in den Nato-Staaten von mehr als 33.000 auf weniger als 7000 reduziert worden sei. Die militärischen Hauptquartiere des Bündnisses in Europa und den US zählten heute nur noch 9000 Militärs - statt 22.000 zuvor.

"Russland hat seine Verteidigungsausgaben in den vergangenen fünf Jahren um 50 Prozent erhöht und plant weitere Aufstockungen", ergänzte Stoltenberg. In derselben Zeit seien die Verteidigungsausgaben der Nato um 20 Prozent gesunken. Die Bundesregierung hat ihren Verteidigungsetat 2015 trotz der Ukraine-Krise nicht erhöht. Für die Jahre ab 2016 behält sie sich allerdings eine Anhebung vor. Das beim Nato-Gipfel in Wales vereinbarte Ziel, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben, wird Deutschland damit auf absehbare Zeit nicht erreichen. Derzeit liegt der Anteil bei 1,3 Prozent.

Bundeswehr setzt auf Werbung

Für einen Bereich allerdings hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mehr Geld eingeplant: Für Personalwerbung ist einem "Spiegel"-Bericht zufolge ab dem kommenden Jahr ein Etat von 35,3 Millionen Euro vorgesehen. Dies bedeutet eine Steigerung von rund 18 Prozent im Vergleich zu 2014. Ziel sei es, die Bundeswehr für junge Menschen attraktiver zu machen. Im Frühjahr solle in einer internationalen Ausschreibung entschieden werden, wer die millionenschwere Image-Offensive umsetzen darf.

Mit der Abschaffung der Wehrpflicht und der Umwandlung in eine Berufsarmee ist die Bundeswehr verstärkt auf Nachwuchswerbung angewiesen. Erst vor wenigen Tagen hatte von der Leyen in Berlin einen neuartigen "Showroom" eröffnet, in dem sich die Bundeswehr zur Personalwerbung präsentiert.

Quelle: n-tv.de

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