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Die prorussischen Separatisten behaupten, von Moskau unterstützt zu werden.
Die prorussischen Separatisten behaupten, von Moskau unterstützt zu werden.(Foto: AP)

"Wir liefern keine Ausrüstung": Russland widerspricht den Separatisten

Die Fronten in der Ukraine sind festgefahren: Kiew behauptet, russische Militärkonvois auf eigenem Gebiet zu sichten. Die Separatisten sagen, sie werden von Moskau unterstützt. Doch der Kreml streitet alles ab.

Moskau hat Berichte über eine angebliche Unterstützung der moskautreuen Separatisten in der Ostukraine noch einmal ausdrücklich zurückgewiesen. Die russische Regierung habe wiederholt gesagt, dass "keine Ausrüstung dorthin geschickt wird", betonte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow im Gespräch mit dem Radiosender "Goworit Moskwa". Zu Behauptungen der Rebellen, auch hunderte in Russland ausgebildete Kämpfer seien in die Ostukraine geschickt worden, äußerte sich der Sprecher nicht.

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Der selbsternannten Regierungschef der sogenannten "Volksrepublik Donezk", Alexander Sachartschenko, hatte zuvor erklärt, die prorussischen Milizen hätten Militärhilfe aus Russland erhalten. 1200 in Russland ausgebildete Kämpfer sowie 30 Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge seien in das von den Separatisten kontrollierte Gebiet geschafft worden, sagte Sachartschenko in einem im Internet veröffentlichten Video.

Die ukrainische Regierung wirft Russland seit Langem vor, die Separatisten auch mit Waffen zu unterstützen. Unter anderem aus diesem Grund fordert die Ukraine inzwischen Militärhilfe vom Westen.Der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin richtete am Wochenende ein Ersuchen um militärische Hilfe an die Europäische Union und die Nato. "Wenn solche Hilfe kommt, dann wäre es für unsere Truppen leichter, vor Ort zu agieren", sagte er dem Deutschlandfunk. Die Gefahr einer russischen Invasion sei allgegenwärtig: Andauernd würden ukrainische Truppen von russischem Boden aus beschossen, würden Söldner und Waffen vom Nachbarland aus in die Ukraine geschleust.

Erneut scharfe Gefechte

Kurz vor einem Krisentreffen der Außenminister Russlands und der Ukraine in Berlin haben sich die Kämpfe in den Separatisten-Hochburgen Donezk und Lugansk verschärft. Prorussische Rebellen schossen einen Kampfjet über der Ostukraine ab. Regierungstruppen gewannen nach eigenen Angaben die Kontrolle über eine Polizeiwache in Luhansk zurück, die im April von den Separatisten eingenommen wurde.

Im Streit über den russischen Hilfskonvoi für die Ostukraine zeichnete sich unterdessen eine Lösung ab. Die Regierung in Kiew stimmte im Grundsatz einer Weiterfahrt der Lkw unter Aufsicht des Roten Kreuzes über die Grenze zu. Allerdings fehlten nach Angaben der Hilfsorganisation noch Sicherheitsgarantien der beiden Konfliktparteien in den umkämpften Gebieten.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier mahnte einen schnellen politischen Ausweg aus der Krise an. Im Zentrum seines Treffens mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und seinem ukrainischen Kollegen Pawlo Klimkin müsse ein Fahrplan hin zu einer nachhaltigen Waffenruhe stehen, teilte Steinmeier vor Beginn der Berliner Friedensgespräche mit. An den am Abend beginnenden Verhandlungen in der deutschen Hauptstadt soll auch der französische Außenamtschef Laurent Fabius teilnehmen. Zudem müsse ein Rahmen für effektive Grenzkontrollen ausgelotet werden, ergänzte Steinmeier.

Quelle: n-tv.de

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