Politik
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und CDU-Kandidatin Julia Klöckner haben laut SWR zweimal das "journalistische Konzept zerschossen".
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und CDU-Kandidatin Julia Klöckner haben laut SWR zweimal das "journalistische Konzept zerschossen".(Foto: dpa)

Streit um AfD in TV-Debatten: SWR schimpft auf "Schönwetterdemokraten"

SPD und Grüne wollen nicht mit der AfD diskutieren, eine CDU-Spitzenkandidatin sagt daraufhin ebenfalls ab - die Posse um die TV-Runde im SWR hinterlässt in den Augen des Senders einen "fatalen" Eindruck.

Der SWR-Chefredakteur Fernsehen, Fritz Frey, hat SPD, Grüne und CDU wegen des Streits um die TV-Debatte vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz heftig gescholten. "Die Parteien haben uns jetzt zweimal unser journalistisches Konzept zerschossen. Ich halte das für fatal", sagte er dem "Spiegel". "So muss doch der Eindruck entstehen, wir würden uns unsere journalistischen Sendungskonzepte von den Parteien diktieren lassen."

Frey betonte: "Das ist eine Eskalation, die zweifeln lässt, ob die Beteiligten noch wissen, worum es hier geht." Information und Meinungsbildung der Bürger gingen im "machttaktischen Fingerhakeln" unter. "Man möchte denen fast zurufen: Was seid ihr eigentlich für Schönwetterdemokraten, wenn ihr euch jetzt wegduckt."

Ministerpräsidentin Malu Dreyer will nicht bei einer TV-Debatte mitmachen, bei der auch die AfD dabei wäre. Daraufhin entschied der SWR, dass kurz vor der Wahl am 13. März nur die Spitzenkandidaten der Landtagsparteien SPD, CDU und Grüne zu dem Talk kommen. Die für den Landtag aussichtsreichen Parteien AfD, FDP und Linke sollten später per Interviews eingespielt werden. CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner hatte anschließend abgesagt und der SPD "Erpressung" vorgeworfen. Die Grünen erklärten nun, sie würden trotz Kritik an der AfD eine Runde auch mit dieser Partei besuchen.

Auch in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt, wo ebenfalls am 13. März gewählt wird, ist die AfD bei den TV-Debatten außen vor - obwohl sie auch hier Umfragen zufolge gute Chancen hat, in die Landtage einzuziehen. In Stuttgart hatten sich der grüne Regierungschef Winfried Kretschmann und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) geweigert, gemeinsam mit der AfD zu debattieren.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen