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Wahlrecht bevorteilt stärkste Partei: Schafft Syriza die absolute Mehrheit?

Am Sonntag wird in Griechenland gewählt. Das Linksbündnis Syriza liegt laut Umfrage deutlich vor den Konservativen. Die Besonderheit des griechischen Wahlgesetzes macht es möglich, dass weniger als 40 Prozent zur absoluten Mehrheit reichen könnten.

Im Wahlkampf-Endspurt: Syriza-Chef Alexis Tsipras.
Im Wahlkampf-Endspurt: Syriza-Chef Alexis Tsipras.(Foto: AP)

Drei Tage vor der europaweit mit Spannung erwarteten Parlamentswahl in Griechenland liegt das Linksbündnis Syriza einer Umfrage zufolge mit fünf Prozentpunkten vor der konservativen Partei Nea Dimokratia (ND). Die Linkspartei unter Alexis Tsipras kann nach der jüngsten Umfrage auf 32 Prozent der Stimmen hoffen. Für die ND von Ministerpräsident Antonis Samaras werden 27 Prozent veranschlagt.

Vom Ausgang der vorgezogenen Wahl hängt die Fortsetzung des Sparkurses in dem hochverschuldeten Krisenstaat ab. Tsipras will Teile der auch von Deutschland mit durchgesetzten Sparmaßnahmen rückgängig machen und bei den ausländischen Gläubigern einen Schuldenerlass durchsetzen. Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone wäre dann nicht mehr ausgeschlossen. Zudem könnte ein Syriza-Erfolg ähnlichen Bewegungen in Spanien und Portugal Auftrieb geben.

Stärkste Partei bekommt 50 Sitze draufgeschlagen

Tsipras zeigte sich euphorisch: Seine Partei sei "nur noch einen halben Schritt" vom Sieg und der absoluten Mehrheit im Parlament entfernt, sagte er. Das griechische Wahlgesetz sieht vor, dass die stärkste Partei zusätzliche 50 Parlamentssitze zugeschlagen bekommt. Die anderen 250 Sitze werden nach dem Verhältniswahlrecht vergeben.

Als drittstärkste Kraft käme nach der Umfrage des griechischen Meinungsforschungsinstituts ALCO für die Wochenzeitung "To Pontiki" mit knapp sechs Prozent die pro-europäische Partei der politischen Mitte, To Potami (Der Fluss) durchs Ziel. Es folgen die Rechtsextremisten der Goldenen Morgenröte mit 4,6 Prozent und die Kommunisten und die sozialistische Pasok mit jeweils je etwa vier Prozent.

Der für die absolute Mehrheit benötigte Prozentsatz ist umso niedriger, je höher der Anteil der Parteien ist, die es nicht ins Parlament schaffen. Würden die an der Drei-Prozent-Hürde gescheiterten Parteien zum Beispiel gemeinsam auf elf Prozent kommen, würden schon 36 Prozent für die absolute Mehrheit im Parlament reichen. Kommen die "Sonstigen" insgesamt auf 15 Prozent der Stimmen, reichen für die absolute Mehrheit der Mandate bereits 34,5 Prozent aus.

Wahlberechtigt sind gut 9,8 Millionen Menschen. Die Wahllokale werden am Sonntag um 18.00 Uhr schließen. Unmittelbar danach soll es Prognosen geben. Mit aussagekräftigen Hochrechnungen wird etwa zwei Stunden später gerechnet.

Quelle: n-tv.de

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