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Helmut Schmidt schließt sich der Kritik Altkanzler Schröders an der westlichen Ukraine-Politik an.
Helmut Schmidt schließt sich der Kritik Altkanzler Schröders an der westlichen Ukraine-Politik an.(Foto: picture alliance / dpa)

Altkanzler fühlt sich an 1914 erinnert: Schmidt wirft EU "Größenwahn" vor

Altkanzler Schmidt wirft der Europäischen Union vor, sich in die "Weltpolitik" einzumischen. In der Ukraine und Georgien habe die EU "nichts zu suchen". Schmidt sieht die Gefahr, "dass sich die Situation verschärft wie im August 1914".

Nach Gerhard Schröder hat mit Helmut Schmidt ein weiterer SPD-Altkanzler die Ukraine-Politik des Westens scharf kritisiert. In der "Bild"-Zeitung warf er der EU-Kommission vor, sich in die "Weltpolitik" einzumischen.

"Das jüngste Beispiel ist der Versuch der EU-Kommission, die Ukraine anzugliedern", sagte er. Falsch sei auch, Georgien an sich zu ziehen. "Das ist Größenwahn, wir haben dort nichts zu suchen." In den vergangenen Tagen hatten etliche aktive und ehemalige SPD-Politiker kritisiert, die EU habe die Spannungen in der Ukraine-Krise mitverursacht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wies diese Ansicht zurück. Der "Frankfurter Allgemeinen" sagte sie, man solle nicht vergessen, dass es der frühere ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch gewesen sei, der das Assoziierungsabkommen mit der EU angestrebt habe. "Erst in letzter Minute ist er von der Unterzeichnung abgerückt, hat sie aber damals für einen späteren Zeitpunkt in Aussicht gestellt." Für Russland gebe es "keinerlei Rechtfertigung dafür", gegen die territoriale Integrität der Ukraine vorzugehen.

Altkanzler Schmidt kritisierte auch die Bundesregierung. Die von Außenminister Frank-Walter Steinmeier geplante Genfer Konferenz Mitte April sei sicher dringend geboten gewesen. "Aber zurzeit gibt es leider niemanden, der konstruktive Vorschläge zur Zukunft der Ukraine vorbringt."

Außerdem äußerte der Altkanzler Besorgnis darüber, dass sich die Krise in der Ukraine von Tag zu Tag verschärfe. Er halte zwar nichts davon, einen dritten Weltkrieg herbeizureden. "Aber die Gefahr, dass sich die Situation verschärft wie im August 1914, wächst von Tag zu Tag."

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Quelle: n-tv.de

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