Politik
Gerhard Schröder schiebt rasch hinterher, dass nun andere zu entscheiden hätten.
Gerhard Schröder schiebt rasch hinterher, dass nun andere zu entscheiden hätten.(Foto: imago/DeFodi)
Mittwoch, 27. September 2017

Keine neue Große Koalition: Schröder zweifelt SPD-Absage an Merkel an

Die SPD will sich nicht erneut an einer Großen Koalition beteiligen - und Altkanzler Schröder hat Zweifel daran, ob das eine gute Idee ist. Der einzige noch lebende Ex-Regierungschef rechnet mit einer Jamaika-Koalition, auch wenn es "verdammt schwierig" werde.

Altkanzler Gerhard Schröder hat Zweifel daran geäußert, ob die SPD den Gang in die Opposition antreten sollte. "Ich weiß nicht, ob es vernünftig war", sagte der frühere SPD-Chef auf dem Versicherungstag. "Trotzdem, es ist entschieden worden." Nun müssten die politisch Aktiven entscheiden und verantworten, was zu tun sei.

Nach Lage der Dinge werde es wohl eine Regierung von Union, FDP und Grünen mit einer tragfähigen Mehrheit geben. "Ich glaube, die werden sich zusammenreißen, und die werden das machen." Die Mehrheitsbildung im Bundestag mit sechs Fraktionen sei zwar "verdammt schwierig". Dies sei aber eine "lösbare Aufgabe".

Nun sei es wichtig, rasch mit Koalitionsverhandlungen zu beginnen. Auch Europa brauche ein stabiles Deutschland in seiner Mitte. Schröder hält Neuwahlen nicht für sinnvoll. "Man kann dem Volk in einer Demokratie nicht sagen: 'Leider habt ihr falsch abgestimmt, versucht es doch noch mal.'"

Die SPD will nach der Wahlniederlage keine neue Koalition mit der Union eingehen. Die Sozialdemokraten hatten mit 20,5 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis der Nachkriegszeit eingefahren und wollen sich nun als stärkste Oppositionspartei im Bundestag profilieren.

Quelle: n-tv.de

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