Politik
Englisch an der Anne-Frank-Schule in Bargteheide.
Englisch an der Anne-Frank-Schule in Bargteheide.(Foto: dpa)

Nach oben offene Bildungsaussichten: Schulpreis geht nach Schleswig-Holstein

Was macht eine erfolgreiche Schule aus? Die Lehrer müssen den Schülern etwas zutrauen. Reiner Leistungsdruck ist demnach eher schädlich - das ist die Botschaft des größten Schulwettbewerbs. Die Siegerschule in Schleswig-Holstein bekommt das schon gut hin.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Deutschen Schulpreis 2013 an die Anne-Frank-Schule im schleswig-holsteinischen Bargteheide verliehen. Damit ging die mit 100.000 Euro dotierte Auszeichnung am Montag in Berlin an eine Schule, in der Ermutigung und Vertrauen wichtiger sind als Leistungsdruck. Eine Jury hatte 15 Schulen nominiert.

In der Siegerschule, einer Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe, lernen alle Schüler bis zur zehnten Jahrgangsstufe unabhängig von ihrer Grundschulempfehlung gemeinsam, wie die Robert Bosch Stiftung mitteilte. Mehr als die Hälfte schaffen einen höheren Abschluss als in der Empfehlung angegeben. Seit neun Jahren habe kein Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen.

Schulleiterin Angelika Knies betonte, zentral sei optimale Förderung. "Alles was nach oben geht, muss möglich sein", erläuterte sie. "Die Schule ist nach oben offen." Merkel beglückwünschte die Schüler der Einrichtung.

Zutrauen in die Schüler

Jury-Sprecher Michael Schratz von der Universität Innsbruck sagte: "Sitzenbleiben, Schrägversetzungen oder andere Aussortierungen kennt man hier nicht." Die Lehrer würden ihren Schülern mehr zutrauen als diese sich selbst. "Durch diese Ermutigung wachsen die Mädchen und Jungen buchstäblich über sich selbst hinaus."

Vier weitere Preise in Höhe von je 25.000 Euro bekamen die Grund- und Werkrealschule in der Taus im baden-württembergischen Backnang, die Grundschule Comeniusstraße in Braunschweig, das Gymnasium der nordrhein-westfälischen Stadt Alsdorf und die Grundschule Gau-Odernheim in Rheinland-Pfalz. Die Private Fachschule für Wirtschaft und Soziales in Erfurt erhielt einen mit 25.000 Euro dotierten Preis der Jury.

Für den größten und höchstdotierten Schulwettbewerb hatten die Schulen ein aufwendiges Bewerbungsverfahren durchlaufen. Die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung zeichnen jährlich Schulen mit neuen Konzepten und erfolgreicher Praxis aus. Über 1000 Schulen hatten sich seit dem Start des Projekts 2006 am Wettbewerb beteiligt.

Deutschlands Schulen müssten in einem vernünftigen Zustand sein, sagte Merkel. "Das sind sie leider noch nicht überall." Der Bund habe aber nicht die Zuständigkeit für die Schulen. Zwar habe er sich in der Vergangenheit verschiedentlich engagiert. "Ich möchte nicht einfach neue Geldgeschenke versprechen", sagte Merkel aber.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen