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"Teamplay in der Führung wird einen neuen Stellenwert bekommen", kündigt Nahles an.
"Teamplay in der Führung wird einen neuen Stellenwert bekommen", kündigt Nahles an.(Foto: dpa)
Montag, 25. September 2017

Nahles soll Fraktion führen: Schulz will Niederlage aufarbeiten lassen

SPD-Chef Schulz kündigt einen Plan für eine umfassende Aufarbeitung des historischen Wahldesasters an. Das sei nach den vergangenen beiden Niederlagen nicht ausreichend geschehen. Zudem trifft die Partei eine erste wichtige Personalentscheidung.

Die bisherige Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles soll neue Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag werden und Thomas Oppermann nachfolgen. Er sei dankbar, dass sowohl das SPD-Präsidium als auch der Parteivorstand seinem entsprechenden Vorschlag gefolgt seien, sagte Parteichef Martin Schulz in Berlin. Deshalb werde er der Fraktion Nahles als neue Vorsitzende vorschlagen.

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Schulz kündigte zudem an, dass die Sozialdemokraten bis zum Parteitag Anfang Dezember in Gremien, Klausursitzungen und acht Regionalkonferenzen mit den Mitgliedern ihre historische Niederlage bei der Bundestagswahl ausführlich aufarbeiten und ihren neuen Kurs festlegen wollten. Die Wahl-Niederlagen von 2009 und 2013 seien nicht ausreichend aufgearbeitet worden, so der Parteichef. "Wir dürfen die Fehler, die gemacht worden sind, nicht wiederholen", mahnte er.

"Die SPD wird gebraucht", betonte Schulz. Die SPD sei eine stolze Partei. "Auch in der Niederlage kommt es darauf an, welche Haltung man hat." Die SPD hatte bei der Bundestagswahl am Sonntag das schlechteste Ergebnis seit Bestehen der Bundesrepublik eingefahren. Nach dem vorläufigen Endergebnis erreichte sie nur 20,5 Prozent der Stimmen.

Nahles fordert Tiefenbohrungen und Teamplay

Nahles soll schon am Mittwoch von der auf 153 Mandate verkleinerten SPD-Fraktion gewählt werden, wie es aus dem Parteivorstand heißt. "Wir nehmen unsere Verantwortung in der Opposition wahr", wurde Nahles in Parteikreisen zitiert.

"Andrea Nahles ist eine erfahrene Politikerin, die in Berlin als auch in ihrem Landesverband Rheinland-Pfalz über eine hohe Reputation verfügt", sagte Schulz. Die 47-Jährige hatte in der zurückliegenden Legislaturperiode etwa mit dem Mindestlohn und der abschlagsfreien Rente mit 63 wichtige Arbeitsmarkt- und Sozialreformen umgesetzt.

Nahles kündigte im Präsidium laut Teilnehmerangaben eine enge Zusammenarbeit und eine gründliche Ursachenforschung für das schlechte Abschneiden der SPD an. "Wir müssen Tiefenbohrungen über die Gründe vornehmen", wurde Nahles zitiert. "Teamplay in der Führung wird einen neuen Stellenwert bekommen."

Quelle: n-tv.de

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