Mittwoch, 07. Juli 2010
FDP scheitert an 5-Prozent-Hürde: Schwarz-Gelb im Stimmungstief
Die Koalition von Kanzlerin Merkel erreicht rekordverdächtige Tiefswerte: Nur noch 35 Prozent der Wähler würden Schwarz-Gelb ihre Stimme geben. Die Union rutscht auf 31 Prozent, die FDP käme nicht in den Bundestag. "Der entscheidende Schwachpunkt der Koalition ist nach wie vor die FDP", sagt Forsa-Chef Güllner.Union und FDP sind in der Wählergunst auf ein Rekordtief von 35 Prozent gesunken. Gegenüber der Vorwoche büßte die Union im Wahltrend des "Stern" und von RTL einen Punkt auf 31 Prozent ein, während die FDP unverändert bei vier Prozent liegt und damit nicht mehr in den Bundestag einziehen würde.
SPD (27 Prozent) und Grüne (18 Prozent) hielten ihre Vorwochenergebnisse und liegen damit zusammen zehn Punkte vor der Koalition. Mit der Linken, die sich trotz ihres umstrittenen Abstimmverhaltens bei der Präsidentenwahl um einen Punkt auf zwölf Prozent verbesserte, liegen die Oppositionsparteien im Bundestag in der Umfrage gar 22 Prozentpunkte vor Union und FDP.
Wulff-Wahl ohne Wirkung
Für die Meinungsforscher sind sie das Problem: FDP-Generalsekretär Linder, Gesundheitsminister Rösler und FDP-Chef Westerwelle (von links).
(Foto: dpa)
Allerdings habe sich die Schlappe für Union und FDP bei der Wahl von Bundespräsident Christian Wulff auf die politische Stimmung in Deutschland kaum ausgewirkt. Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem "Stern", der Wechsel im Amt des Bundespräsidenten habe die Menschen emotional nicht sonderlich bewegt. "Der entscheidende Schwachpunkt der Koalition ist nach wie vor die FDP, die weiter unter der Fünf-Prozent-Hürde liegt", sagte der Wahlforscher.
Dass die Linke den rot-grünen Kandidaten Joachim Gauck nicht unterstützt hat, wird von einem Großteil der Bundesbürger bedauert. 51 Prozent hätten es dem "Stern" zufolge gerne gesehen, wenn die Linke für Gauck gestimmt hätte. 29 Prozent fanden das Verhalten der Linken-Delegierten richtig. Geteilter Ansicht in der Frage sind die Anhänger der Linken: 45 Prozent meinen, die Partei habe korrekt gehandelt, 43 Prozent hätten eine Wahl von Gauck begrüßt.
tis/dpa/rts
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