Politik

Nach dem WahldebakelSeehofer bot der CSU seinen Rücktritt an

27.05.2014, 19:54 Uhr
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War offen für einen Rücktritt: Horst Seehofer. (Foto: dpa)

Die Europawahl ist für die Christsozialen ein Desaster. Parteichef Seehofer übernahm nach der Wahl die Verantwortung für das schlechte Ergebnis. Personelle Konsequenzen schloss er aus. Allerdings nur öffentlich - intern schlug er einen anderen Ton an.

Bei der Europawahl bekam die CSU eine Ohrfeige von den Wählern. 7,6 Prozent büßten die Christsozialen im Vergleich zum Jahr 2009 ein, obwohl Umfragen wenige Tage vor der Wahl noch eine andere Sprache gesprochen hatten. Mit 40,5 Prozent wurde die CSU mit dem landesweit schlechtesten Ergebnis seit sechzig Jahren abgespeist.

Noch am Wahlabend sprach CSU-Chef Horst Seehofer davon, dass er die Verantwortung für das schlechte Abschneiden bei der Wahl übernehme. Personelle Konsequenzen schloss der 64-Jährige aus - bei der Pressekonferenz im Anschluss an eine interne Parteisitzung. In der Sitzung selbst war sich Seehofer seiner Zukunft offenbar weit weniger sicher. Wie das Magazin "Der Spiegel" aus internen Kreisen erfahren haben will, bot Seehofer zumindest indirekt seinen Rücktritt an. "Wenn jemand der Meinung ist, damit müsse man Konsequenzen verbinden, der möge sich melden", soll Seehofer dem Blatt zufolge gegenüber den Anwesenden in der Sitzung gesagt haben.

Die Teilnehmer interpretierten dies offenbar als indirektes Rücktrittsangebot, schreibt der "Spiegel". "Als der Satz des Vorsitzenden gefallen war, herrschte Teilnehmerangaben zufolge Schweigen, niemand meldete sich zu Wort", heißt es in dem Bericht.

Seehofer hatte dann bei der anschließenden Pressekonferenz - offenbar mit Billigung des Parteivorstands - einen Rücktritt ausgeschlossen und mitgeteilt, dass er bis 2018 Ministerpräsident bleiben werde. Auch den Rücktritt anderer CSU-Politiker schloss er aus.

Quelle: ntv.de, fma