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Flüchtlingskinder bei einer Demonstration gegen die Lebensbedingungen auf der Insel Nauru.
Flüchtlingskinder bei einer Demonstration gegen die Lebensbedingungen auf der Insel Nauru.(Foto: picture alliance / dpa)

Flüchtlingslager vor Australien: Selbstverletzungen stehen auf Tagesordnung

Australischer Behörden sind bekannt für ihren rigiden Umgang mit Flüchtlingen. Auf Inseln werden die Menschen interniert. Wie verzweifelt Flüchtlinge in den Lagern sind, offenbart die Häufigkeit von Selbstverletzungen.

Die Botschaft an die Flüchtlinge ist unmissverständlich.
Die Botschaft an die Flüchtlinge ist unmissverständlich.(Foto: picture alliance / dpa)

In den von Australien betriebenen Flüchtlingslagern in den pazifischen Inselstaaten Nauru und Papua Neuguinea kommt es beinahe täglich zu Selbstverletzungen. Die abgewiesenen Bootsflüchtlinge schlucken Gift, schneiden sich selbst mit Messern oder versuchen sich zu erhängen, wie die Fairfax-Mediengruppe unter Berufung auf Regierungsunterlagen berichtete. Demnach gab es in den zwölf Monaten bis Juli auf Nauru 188 derartige Vorfälle und auf der Insel Manus 55.

Die australische Regierung lässt keine Bootsflüchtlinge ins Land, sondern interniert sie auf Nauru und Papua Neuguinea. Selbst wenn ihr Flüchtlingsstatus anerkannt wird, dürfen die Menschen nicht nach Australien kommen. Knapp 1500 Flüchtlinge wurden Ende vergangenen Jahres in den Übersee-Lagern festgehalten.

Eine Senatsermittlung kam unlängst zu dem Schluss, dass die Internierungsbedingungen unangemessen und unsicher sind. Auch Menschenrechtsgruppen erheben schwere Vorwürfe. Die Regierung in Canberra argumentiert, wegen ihrer harten Politik ertränken weniger Flüchtlinge im Meer.

Die Fairfax-Gruppe verschaffte sich unter Rückgriff auf Gesetze zur Informationsfreiheit Zugang zu den Unterlagen der Einwanderungsbehörden. Darin finden sich Fälle, in denen Flüchtlinge Teebeutel schluckten, sich mit Betttüchern aufhängen wollten oder kochendes Wasser über ihre Beine schütteten. Eine Sprecherin des Einwanderungsministeriums sagte, die Fälle seien in den vergangenen Monaten zurückgegangen.

Quelle: n-tv.de

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