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Prorussische Rebellen verhindern bislang die Abfahrt des Kühlzugs in Richtung Kiew.
Prorussische Rebellen verhindern bislang die Abfahrt des Kühlzugs in Richtung Kiew.(Foto: AP)

Niederländer übernehmen Kontrolle: Separatisten verhindern Abtransport der Leichen

Niederländische Luftfahrtexperten wollen sich ungehinderten Zugang zur Absturzstelle von MH17 verschaffen. Bisher behindern Hunderte schwerbewaffnete Separatisten die Arbeit. Der Westen verliert allmählich die Geduld. Moskau verspricht jetzt mehr Kooperation.

Nach massiven Klagen über Behinderungen am Absturzort der malaysischen Boeing sind Luftfahrt-Experten in das von Rebellen kontrollierte Gebiet bei Donezk gereist. "Die Niederlande werden ab sofort die internationale Identifizierung der Opfer in der Ostukraine koordinieren", gab der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte in Den Haag bekannt.

Hunderte Separatisten "bewachen" weiterhin die Absturzstelle.
Hunderte Separatisten "bewachen" weiterhin die Absturzstelle.(Foto: AP)

Im ostukrainischen Charkow sollen die Niederlande ein Koordinationszentrum für die Identifizierung der 298 Opfer einrichten. Die Leichen von etwa 200 Opfern sollen in Kühlwagen in einem Zug bei Tores in der Ostukraine liegen. Der Zug wird von Separatisten blockiert. Bei dem Absturz von Flug MH17 kamen 193 Niederländer ums Leben. Die USA haben den Verdacht geäußert, dass die Aufständischen die Boeing mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen haben. Etwa 250 Opfer sind bisher geborgen worden.

n-tv.de berichtet in einem Liveticker über die Geschehnisse in der Ukraine.

Das Suchgebiet wird größer

Bewaffnete Separatisten und chaotische Zustände behinderten am Wochenende am Absturzort eine Untersuchung der Wrackteile massiv. Bis zu 900 Aufständische würden die Rettungskräfte nahe der Ortschaft Grabowo ständig überwachen und erheblich einschränken, klagte der ukrainische Vize-Regierungschef Wladimir Groisman.

Bergungskräfte am Ort des Absturzes haben nach Angaben der Regierung bis Sonntagabend 251 Leichen und 86 Leichenteile geborgen. Unterdessen sei ein zweiter Kühlzug zur Lagerung der Toten eingetroffen, erklärte ein Regierungsausschuss in Kiew. Rund 200 Leichen werden in einem ersten Kühlzug aufbewahrt. Die ukrainische Regierung verlangt den Abtransport der Toten in das von ihr kontrollierte Gebiet. Der Zug stehe aber noch immer in der Ortschaft Tores, weil "die Terroristen seine Abfahrt verhindern". Die Suche nach Leichen und Trümmern wurde auf eine Fläche von 34 Quadratkilometer ausgeweitet.

Putin will Flugschreiber übergeben

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Der russische Präsident Wladimir Putin habe den Niederlanden versprochen, sowohl die sterblichen Überreste der Opfer des abgestürzten Flugzeuges sowie die Flugschreiber zu übergeben, sagte Rutte. Vor allem um die Flugschreiber ranken seit Tagen Gerüchte. Schon früh hatte es geheißen, sie seien von prorussischen Separatischen geborgen und nach über die Grenze nach Russland gebracht worden. Das russische Militär hatte dies stets dementiert. Noch am Sonntag hieß es, die Flugschreiber seien verschwunden, obgleich längst Bilder im Internet kursierten, die einen offensichtlichen Separatisten mit einem Flugschreiber in Händen zeigen.

Russland könnte Resolution ausbremsen

Der UN-Sicherheitsrat könnte noch heute über eine Resolution zum Absturz der malaysischen Passagiermaschine mit 298 Menschen an Bord in der Ostukraine abstimmen. Die australische UN-Mission setzte nach Angaben westlicher Diplomaten ihren Resolutionsentwurf "in blau". Damit ist das Papier abstimmungsreif und könnte nach der üblichen Frist von 24 Stunden zur Entscheidung kommen. Weil die Russen die Resolution mit ihrem Veto verhindern können, ist der Ausgang allerdings völlig offen.

Der australische Entwurf fordert von allen Beteiligten, insbesondere den prorussischen bewaffneten Separatisten, in deren Machtbereich die Absturzstelle liegt, eine uneingeschränkte Zusammenarbeit mit den internationalen Behörden. Gleichzeitig soll das Papier jede Manipulation an der Absturzstelle untersagen. Es fordert zudem, dass die Flugschreiber und andere Beweisstücke sofort auszuhändigen sind.

Um eine bedingungslose Kooperation der Separatisten zu erzwingen, verstärkt die internationale Gemeinschaft den Druck auf Russland. Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident François Hollande und der britische Premierminister David Cameron drohten Moskau mit einer Ausweitung der EU-Sanktionen. Putin müsse umgehend auf die moskautreuen Rebellen einwirken, um den ungehinderten Zugang der Ermittler zum Absturzgebiet zu gewährleisten, hieß es in Paris und London.

Quelle: n-tv.de

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