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Wulff bekommt Ärger vor der Haustür: "Shoe for you, Mr. President!"

Das gab es noch nie. Nie zuvor wurde ein Bundespräsident so verhöhnt. Hunderte wütende Bürger versammeln sich vor dem Berliner Amtssitz von Christian Wulff und zeigen ihm symbolisch ihre Schuhe - als Ausdruck tiefer Verachtung. Die Menge skandiert: "Wulff go home". Der Hausherr selbst lässt sich nicht sehen.

Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wurde im vergangenen Jahr mit Hohn und Spott überschüttet. Damals zeigten hunderte Demonstranten dem "Lügenbaron" den Schuh. Nun erwischte es den Bundespräsidenten. Vor dem Berliner Schloss Bellevue demonstrierten rund 300-500 Menschen gegen Christian Wulff. Auf Plakaten forderten die Teilnehmer den wegen der Kredit- und Medienaffäre unter Druck stehenden Bundespräsidenten zum Rücktritt auf. "Wulff in die Produktion", hieß es da. Die Menschen machten Lärm mit Trillerpfeifen und schwenkten Plakate mit Aufschriften wie "Wulff go home" oder "Bundespräsidenten haben kurze Beine" und riefen: "Wulff muss weg".

Protest vor dem Schloss Bellevue in Berlin.
Protest vor dem Schloss Bellevue in Berlin.(Foto: dpa)

Das Motto der Aktion lautete "Wulff den Schuh zeigen - Shoe for you, Mr. President!". In der arabischen Welt gilt dies als Zeichen tiefer Verachtung; berühmt wurde die Schuh-Geste im Dezember 2008, als ein irakischer Journalist bei einer Pressekonferenz einen Schuh auf den damaligen US-Präsidenten George W. Bush warf. "Wir wollen die Schuhe aber nur hochhalten, nicht schmeißen", betonte der Sprecher der Veranstalter, Jürgen Jänen.

Keine Spur von Wulff

Auf dem Giebel von Schloss Bellevue wehte die Fahne mit dem Bundesadler. Diese zeigt gewöhnlich die Anwesenheit des Hausherrn an. Wulff zeigte sich den Demonstranten aber nicht, dafür zeigte die Polizei Präsenz. Die Demonstranten durften nicht auf den Gehweg direkt vor dem Schloss, sondern mussten auf der anderen Straßenseite am Tiergarten protestieren. Veranstalter war die Organisation "Creative lobby of future" (Clof), die zu der Aktion auch über Facebook aufgerufen hatte.

Schuhe für den "Fußnoten-Minister"

Eine ähnliche Aktion hatten hunderte Demonstranten bereits Ende Februar 2011 organisiert, um Karl-Theodor zu Guttenberg "dem Lügenbaron den Schuh" zu zeigen - eine Anspielung auf die fehlenden Fußnoten in der Doktorarbeit von Theodor zu Guttenberg. Aus Protest gegen den Verbleib Guttenbergs im Amt hängten in Berlin mehrere hundert Demonstranten Schuhe und Schilder mit Schmähworten an den Zaun des Verteidigungsministeriums. Auch sie hatten sich vorab über Facebook verabredet.

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Quelle: n-tv.de

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