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Snowden äußerte sich per E-Mail.
Snowden äußerte sich per E-Mail.(Foto: AP)

Neue Enthüllungen aus Brasilien: Snowden: NSA kooperiert mit BND

Wie konnte die NSA in Deutschland so massiv spionieren, ohne dass die heimischen Geheimdienste etwas merkten? Während sich deutsche Politiker empören, ist die Antwort möglicherweise ganz einfach: Deutsche Sicherheitsdienste waren beteiligt - sagt Edward Snowden. Neue Enthüllungen betreffen derweil auch Brasilien.

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Die Abhöraktivitäten des US-Geimdienstes NSA wurden nach Angaben des IT-Spezialisten Edward Snowden auch von deutschen Behörden gedeckt. Die NSA-Leute steckten "unter einer Decke mit den Deutschen", sagte Snowden in einem per E-Mail geführten Interview des "Spiegel". Der US-Chiffrier-Experte Jacob Appelbaum und die Dokumentarfilmerin Laura Poitras hatten ihre Fragen in verschlüsselten E-Mails gestellt, kurz bevor Snowden Anfang Juni als Whistleblower weltweit bekannt wurd e.

Die Zusammenarbeit sei so organisiert worden, dass Behörden anderer Länder "ihr politisches Führungspersonal vor dem Backlash schützen" konnten, berichtete der frühere NSA-Mitarbeiter. "Wir warnen die anderen, wenn jemand, den wir packen wollen, einen ihrer Flughäfen benutzt - und die liefern ihn uns dann aus", schilderte er das gängige Vorgehen, wenn auf Grundlage einer Ausspähung ein Verdächtiger festgenommen werden sollte. "Die anderen Behörden fragen uns nicht, woher wir die Hinweise haben, und wir fragen sie nach nichts." So müssten auch Politiker keine Verantwortung übernehmen, falls herauskommen sollte, wie "massiv die Privatsphäre von Menschen missachtet wird".

Informationen aus fünf digitalen Knotenpunkten

Im Fokus des BND stehe unter anderem die Nahost-Strecke, über die Datenpakete etwa aus Krisenregionen verliefen, berichtete das Magazin. Insgesamt ziehe der BND aus fünf digitalen Knotenpunkten Informationen. BND-Chef Gerhard Schindler habe die Zusammenarbeit mit dem NSA Mitgliedern des Parlamentarischen Kontrollgremiums gegenüber bestätigt.

Das für Spionageabwehr zuständige Bundesamt für Verfassungsschutz untersucht derzeit, wo die NSA Zugriff auf den Internetverkehr in Deutschland nimmt. Eine erste Analyse ergab nach Angaben des Präsidenten Hans-Georg Maaßen keine Klarheit. "Wir haben bislang keine Erkenntnisse, dass Internetknotenpunkte in Deutschland durch die NSA ausspioniert wurden", sagte Maaßen dem Magazin.

Nach "Spiegel"-Recherchen ist die Zusammenarbeit zwischen der NSA und dem Bundesnachrichtendienst (BND) jedoch weit intensiver als bislang bekannt. So habe die NSA die Analyse-Werkzeuge für den Lauschangriff des BND auf ausländische Datenströme geliefert, die durch Deutschland führen.

Auch Brasilien ist betroffen

Der US-Geheimdienst NSA hat einem Medienbericht zufolge auch in Brasilien Daten überwacht. Der Dienst habe in den vergangenen zehn Jahren Telefon- und Email-Aktivitäten von brasilianischen Unternehmen und Privatpersonen beobachtet, berichtete die Zeitung "Globo" unter Berufung auf Dokumente, die das Blatt nach eigenen Angaben von dem Ex-US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden erhalten hat.

Brasiliens Regierung forderte von den USA Aufklärung über die mutmaßliche geheimdienstliche Ausspähung. Man habe mit "großer Besorgnis" die Nachricht über die Beobachtung von Telefon- und Internetverbindungen brasilianischer Bürger erhalten, erklärte Außenminister Antonio Patriota am Rande des internationalen Literaturfestivals Flip in Paraty. Die USA seien über den brasilianischen Botschafter in Washington um Aufklärung gebeten worden.

Quelle: n-tv.de

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