Politik
Soldaten bei einer Übung in Bad Reichenhall.
Soldaten bei einer Übung in Bad Reichenhall.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 20. März 2017

Neue Sex-Vorwürfe bei Bundeswehr: Soldat angeblich missbraucht

Erst beschäftigten sadistische Rituale in einer Kaserne in Baden-Württemberg die Bundeswehr. Nun soll ein Soldat in Bayern von seinen Kameraden sexuell belästigt worden sein. Die Justiz ermittelt gegen 14 Soldaten.

Nach Bekanntwerden entwürdigender Rituale in einer Kaserne im baden-württembergischen Pfullendorf beschäftigen weitere Berichte über Missstände und Mobbing die Bundeswehr. Ein Soldat soll bei den Gebirgsjägern im oberbayerischen Bad Reichenhall von Kameraden und Vorgesetzten sexuell belästigt und diskriminiert worden sein. Darüber unterrichtete das Verteidigungsministerium den Bundestag in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 14 Soldaten in dem Fall. Zuvor hatten die "Süddeutsche Zeitung" und der "Bayerische Rundfunk" darüber berichtet. Der Soldat hatte sich dem Schreiben zufolge bereits im Oktober 2016 an den Wehrbeauftragten gewandt. Die Vorfälle ereigneten sich demnach zwischen November 2015 und September 2016.

Das Ministerium bezeichnet die Vorfälle in dem Schreiben als "äußerst bedauerlich und vollkommen inakzeptabel", sie würden aber im Gegensatz zu Pfullendorf nur eine Teileinheit betreffen, die verantwortlichen Kommandeure hätten umsichtig und konsequent reagiert. Der direkte militärische Vorgesetzte des betroffenen Soldaten sei aus seiner Funktion herausgelöst worden, der Betroffene selbst sei versetzt worden.

Zuletzt war das Ausbildungszentrum in Pfullendorf wegen demütigender Aufnahmerituale und entwürdigender Behandlungen sowie sexueller Nötigung in die Kritik geraten.

Quelle: n-tv.de

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