Schlag gegen Al-Kaida in NordafrikaSpezialeinheit zerstört Terrorbasis
Weil eine Al-Kaida-Gruppe kein Lebenszeichen einer Geisel liefert und Forderungen stellt, stürmen französische und mauretanische Militärs eine Terrorbasis in Nordafrika. Leider ohne Erfolg - die Einheiten töten mehrere Kämpfer, aber die Geisel finden sie nicht.
In Nordafrika haben französische und mauretanische Militärs gemeinsam ein Lager des Terrornetzwerks Al-Kaida gestürmt. Die Aktion sei im Zusammenhang mit der Entführung eines Franzosen in der Region erfolgt, teilte das Pariser Verteidigungsministerium mit. Über das Schicksal des 78-jährigen Michel Germaneau, mit dessen Hinrichtung das Terrornetzwerk unlängst gedroht hatte, wurde zunächst nichts bekannt.
Es habe bei der Aktion der Armee des nordwestafrikanischen Mauretanien "technische und logistische Unterstützung" durch das französische Militär gegeben, gab das Pariser Ministerium bekannt. Die Al-Kaida-Gruppe sei dabei "ausgeschaltet" worden. Französischen und spanischen Presseberichten zufolge sollen französische Elitekräfte im Einsatz gewesen sein.
Mehrere Terroristen tot
Ein mauretanischer Regierungsvertreter hatte zuvor mitgeteilt, dass bei dem Sturm auf ein mutmaßliches Al-Kaida-Lager in der Wüste mehrere "bewaffnete Terroristen" getötet und verletzt worden seien. Das Lager habe als Rückzugsbasis für den nordafrikanischen Arm von Al-Kaida gedient. Nach unbestätigten Angaben drang die Armee dabei möglicherweise auch auf das Gebiet des Nachbarlandes Mali vor.
Die "Terroristen" hätten sich geweigert, ein Lebenszeichen der französischen Geisel abzugeben, so das französische Verteidigungsministerium. Die Gruppe hatte damit gedroht, den Franzosen, der im April im Niger entführt worden war, ab dem 26. Juli zu töten, falls bis dahin nicht mehrere Gefangene aus den Reihen von Al-Kaida freigelassen werden. Im Norden von Mali werden zudem zwei Spanier in Al-Kaida-Gefangenschaft vermutet, die im November in Mauretanien entführt worden waren.
Vermittler: Operation gescheitert
Die Aktion richtete sich gegen dieselbe Al-Kaida-Gruppe, die im Juni 2009 einen britischen Touristen getötet hatte. Der Mann war mehrere Monate in der Gewalt der Islamisten. Die Gruppe habe auch einen Angriff gegen mauretanische Ziele vorbereitet.
Al-Kaida in Nordafrika hatte am 12. Juli eine Botschaft verbreitet, wonach den Franzosen dasselbe Schicksal ereilen werde wie den Briten, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Mitte Mai hatte Al-Kaida Tonaufnahmen und ein Foto eines Entführten verbreitet, der sich als Germaneau vorstellte und sich an Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wandte.
Ein malischer Vermittler, der schon an mehreren Befreiungen westlicher Geiseln beteiligt war sagte, die mauretanischen Streitkräfte seien auf der Suche nach dem Franzosen gewesen. Die Operation sei aber gescheitert. Der nordafrikanische Arm von Al-Kaida ist in Niger, Mali, Mauretanien und Algerien aktiv.