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Nahezu unsichtbar für den Gegner: Die beiden schwedischen Stealth-Korvetten "Harnösand" und "Karlstad" in Kiel.
Nahezu unsichtbar für den Gegner: Die beiden schwedischen Stealth-Korvetten "Harnösand" und "Karlstad" in Kiel.(Foto: dpa)
Mittwoch, 08. November 2017

Marine-Spektakel in der Ostsee: Stealth-Schiffe erreichen Kiel

Ungewöhnlicher Anblick in der Kieler Förde: Im Marinehafen der Bundeswehr tauchen bizarre Tarnkappen-Korvetten auf. Die hochmodernen Kriegsschiffe sind bei der deutschen Marine aber nur zu Besuch - stehen jedoch für die neue Lage in der Ostsee.

Ein Geschwader aus Schweden macht im wichtigsten deutschen Flottenstützpunkt in der Ostsee fest: Zusammen mit Marine-Einheiten aus Deutschland sollen die schwedischen Kriegsschiffe demonstrativ den Schulterschluss vor der deutschen Küste üben. EU-Partner Schweden hat für das großangelegte Manöver, bei dem Soldaten aus beiden Ländern die militärische Zusammenarbeit trainieren sollen, eigens ein umfangreiches Kontingent entsandt, darunter auch hochmoderne Tarnkappen-Kriegsschiffe neuester Bauart.

Gast in Kiel sind neben der "Carlskrona", dem größten Kriegsschiff der schwedischen Marine, zwei Minensuchboote, ein Schnellboot sowie die beiden Stealth-Korvetten "Harnösand" und "Karlstad". Letztere sollen aufgrund ihrer Silhouette und verschiedener anderer Details auf den Radarschirmen eventueller Gegner nahezu unsichtbar bleiben.

Nach Bundeswehr-Angaben handelt es sich bei dem Flottenbesuch um die bislang größte Abordnung der schwedischen Marine in einem deutschen Marinehafen. "Das ist wirklich einmalig und zeigt auch das besondere Interesse der schwedischen Marine an einer tiefen Kooperation mit der deutschen Marine", sagte Flottillenadmiral Jan Christian Kaack.

Das Königreich Schweden ist neutral und gehört damit auch nicht dem Verteidigungsbündnis Nato an. Das EU-Land arbeitet mit seinen Nachbarn in Ost und West jedoch auf verschiedenen Ebenen zusammen. Mit Deutschland besteht zum Beispiel eine Kooperation im Rahmen der 2015 von der deutschen Marine gegründeten "Baltic Commanders Conference". In diesem Gremium sind Marinebefehlshaber von neun Ländern der Ostseeregion vertreten.

Neue Spannungen im Ostseeraum

Diese Einrichtung wurde vor drei Jahren gegründet. Hintergrund ist, "dass die Sicherheitslage sich nicht nur in Südeuropa geändert hat, sondern auch in unserem Bereich", wie Bundeswehr-Admiral Kaack erklärt. Als Chef der Einsatzflottille 1 ist er unter anderem für Operationen in Küstengewässern und Randmeeren - und damit auch für die Ostsee - zuständig.

"Unsere Partner haben starke Befürchtungen", sagte Kaack. Er verwies auf Sorgen wegen des Verhaltens Russlands in der Ostsee. Moskau unterhält in der russischen Exklave Kaliningrad eine größere Marine-Basis, in der neben größeren Kontingenten der russischen Ostseeflotte auch Raketenartillerie und weitreichende Marschflugkörper stationiert sind. Darunter befinden sich seit gut einem Jahr offenbar auch Anti-Schiffsraketen vom Typ K-300 "Bastion". Mit einer Reichweite von bis zu 600 Kilometern können solche Lenkwaffen theoretisch nahezu jedes Schiff im zentralen Ostseeraum angreifen.

Quelle: n-tv.de

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