Mittwoch, 18. November 2009
Westerwelle sperrt sich: Steinbach wittert Eigeninteresse
Außenminister gegen Vertriebenen-Präsidentin, nächster Akt: Guido Westerwelle sperrt sich weiterhin gegen Erika Steinbach als Mitglied des Stiftungsbeirats der Vertriebenen. "Wir wollen versöhnen. Was diesem Ziel nicht dient, werden wir unterlassen", so der FDP-Vorsitzende. Steinbach vermutet dagegen persönliches Interesse - Westerwelle wolle sich bloß profilieren.Im Streit zwischen Außenminister Guido Westerwelle und Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach wird der Ton rauer. Westerwelle lehnte es am Rande der Kabinettsklausur in Meseberg erneut ab, dass Steinbach in den Beirat der Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" kommt. "Meine Haltung ist bekannt. Sie ist unverändert", sagte er.
Westerwelle betonte, mit der Gedenkstätte solle an die "Schrecklichkeiten" der Vertreibung erinnert und der Opfer gedacht werden. "Aber wir wollen vor allem in die Zukunft schauen und versöhnen. Und das, was diesem Ziel dient, werden wir tun. Das, was diesem Ziel nicht dient, werden wir unterlassen." Auf die Frage, ob mit Steinbach Versöhnung nicht möglich sei, antwortete Westerwelle, was er gesagt habe, sei "glasklar" und "sehr eindeutig" gewesen. "Und das hat auch jeder verstanden."
Steinbach: Position ohne Not bezogen
Steinbach konterte, es sei "erstaunlich", dass der Außenminister auf eine schnelle Art und Weise ohne Not und ohne Druck aus Polen Position bezogen habe. "Herr Westerwelle versucht sich hier auf Kosten der Vertriebenen zu profilieren", sagte sie der "Passauer Neuen Presse".
Der Bund der Vertriebenen (BdV) hatte die Koalition am Dienstag im Streit über Steinbach unter Zugzwang gesetzt. Der Verband hielt demonstrativ an der Nominierung seiner Präsidentin für den Stiftungsrat der Vertriebenen-Gedenkstätte fest, ließ aber den Sitz im Beirat nach wie vor unbesetzt. Der BdV forderte die Regierung auf, noch während der Kabinettsklausur in Meseberg die Benennung von Steinbach zu akzeptieren. "Es ist ein Demokratietest für unser Land", heißt es in einer Erklärung, die der Vertriebenenverband einstimmig verabschiedete.
Die FDP lehnt Steinbach wegen massiver Kritik aus Polen ab. Polen ist unter anderem gegen Steinbach, weil sie sich früher geweigert hatte, die Oder-Neiße-Grenze zwischen Deutschland und Polen anzuerkennen. Ihr wird auch vorgehalten, gar keine Heimatvertriebene zu sein.
dpa
Hintergründe zur Nachricht
Politik
-
Pemier wirbt für "Ja" bei Referendum
Irland entscheidet über Fiskalpakt
-
Schlag gegen Terror-Organisation
Eta-Anführer gehen ins Netz
-
Massaker in Hula, Kämpfe in Hama
UN-Sicherheitsrat verurteilt Syrien scharf
-
Parade in Moskau geplant
Polizei nimmt Homosexuelle fest
-
Entschädigung der Zwangsarbeiter
Seehofer macht Druck
-
Neue Lyrik über Griechenland
Spott ergießt sich über Grass
-
Wieder tote Zivilisten in Afghanistan
Nato-Bomben töten Familie
-
Umstrittenes Atomprogramm
Iran baut zweites AKW
-
Mehr als 30 tote Kinder
Massaker sorgt für Empörung
-
Rückbau der Atomruine dauert 30 Jahre
Abklingbecken sicher vor Beben
-
Anerkennung von Gesundheitsschäden
SED-Opfer warten jahrelang
-
Idealer SS-Mann und blonde Bestie
Aufstieg und Tod des Reinhard Heydrich