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Das Thema ist alt, aber immer wieder heiß diskutiert: Tempolimit.
Das Thema ist alt, aber immer wieder heiß diskutiert: Tempolimit.(Foto: dpa)

Tempolimit 120 auf Autobahnen: Steinbrück wendet sich gegen Gabriel

Die Aussagen von SPD-Parteichef Gabriel zu einem Tempolimit auf Autobahnen passen dem Kanzlerkandidaten wohl gar nicht in den Kram. Steinbrück hält nicht viel davon. Auch der ADAC winkt ab.

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SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat den Vorstoß von Parteichef Sigmar Gabriel für ein Tempolimit auf Autobahnen als "nicht sinnvoll" zurückgewiesen. In diesem Punkt stehe er "im Widerspruch" zum SPD-Vorsitzenden, sagte Steinbrück. Gabriel hatte zuvor die Einführung von Tempo 120 auf deutschen Autobahnen angeregt, "weil alle Unfallstatistiken zeigen, dass damit die Zahl der schweren Unfälle und der Todesfälle sinkt", wie er der "Rheinischen Post" sagte. "Der Rest der Welt macht es ja längst so." Dagegen betonte Steinbrück, die Debatte zu dem Thema laufe nun schon seit rund 20 Jahren. "Ich sehe keine Veranlassung, sie zu aktivieren."

Der ADAC lehnte die Forderung des SPD-Vorsitzenden ebenfalls ab. "Wir halten gar nichts von einem generellen Tempolimit", sagte ein ADAC-Sprecher. Schon jetzt gelte auf 40 Prozent des Autobahnnetzes ein Tempolimit. "Die Autobahnen sind die sichersten Straßen in Deutschland", sagte der Sprecher. Im Jahr 2011 seien 31 Prozent des Verkehrs über Autobahnen gerollt, aber nur 6 Prozent der Unfälle mit Verletzten seien dort geschehen. Gabriel hatte argumentiert: "Tempo 120 auf der Autobahn halte ich für sinnvoll, weil alle Unfallstatistiken zeigen, dass damit die Zahl der schweren Unfälle und der Todesfälle sinkt."

Zur Forderung der Grünen, Tempo 80 auf Landstraßen einzuführen, wollte sich Gabriel hingegen nicht äußern. Die Frage, ob das sinnvoll sei, überlasse er gerne den Ländern, sagte der SPD-Chef. "Länder und Kommunen wissen besser, auf welchen ihrer Straßen wie schnell gefahren werden soll." Die SPD hatte sich auf ihrem Hamburger Parteitag 2007 für ein Tempolimit von 130 km/h ausgesprochen - aber im aktuellen Wahlprogramm taucht diese Forderung nicht auf.

Geringer Spareffekt

Gabriel galt damals nicht als großer Anhänger einer solchen Geschwindigkeitsbegrenzung, betonte nach dem überraschenden Beschluss aber: "Ich habe kein Problem mit dem Tempolimit." Die Wahrheit sei aber auch, dass dadurch nur 2,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden könnten, sagte der damalige Bundesumweltminister. Allerdings lehnte Gabriel einen Vorstoß des ihm untergeordneten Umweltbundesamtes für Tempo 120 ab.

Im Interview mit der "Rheinischen Post" betonte Gabriel, dass auch aus heutiger Sicht der Klimaschutznutzen eines Tempolimits begrenzt sei, ihm gehe es vor allem um mehr Sicherheit im Verkehr. "Die Grünen wollen diese Geschwindigkeitsbegrenzungen, um den Klimaschutz voran zu bringen. Ich glaube, dass die Wirkung dafür sehr, sehr begrenzt ist. Da sind modernere Motoren und Elektromobilität viel wirksamer."

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßte Gabriels Vorstoß. "Ein Tempolimit ist eine zentrale und längst überfällige Maßnahme zur deutlichen Reduzierung des CO2-Ausstoßes im Verkehr und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Deutschlands Autobahnen", sagte Verkehrsexperte Jens Hilgenberg. Die Unfälle mit Personenschaden könnten um etwa ein Drittel pro Jahr zurückgehen.

Quelle: n-tv.de

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