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Appelliert in scharfen Worten an das Verantwortungsbewusstsein der beteiligten Akteure.
Appelliert in scharfen Worten an das Verantwortungsbewusstsein der beteiligten Akteure.(Foto: picture alliance / dpa)

"Sie sind uns etwas schuldig": Steinmeier weist Iraner und Saudis zurecht

Die Eskalationsspirale zwischen dem Iran und Saudi-Arabien dreht sich weiter, die Gräben zwischen Sunniten und Schiiten werden immer tiefer. Der deutsche Außenministern appelliert in dieser Situation an die Vernunft der Verantwortlichen - in scharfen Worten.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat Saudi-Arabien und den Iran nachdrücklich zur Deeskalation aufgerufen. "Der ganze Mittlere Osten, und gerade Saudi-Arabien und Iran, sind uns etwas schuldig", sagte Steinmeier der "Bild"-Zeitung. Die Weltgemeinschaft habe sich seit Jahren massiv für die Befriedung der miteinander verflochtenen Konflikte in der Region eingesetzt. "Jetzt brauchen wir verantwortliche Akteure in der Region, die verantwortlich handeln, in Riad genauso wie in Teheran. Ich setze darauf und ich erwarte, dass die Entscheidungsträger dem auch gerecht werden."

"Ich hoffe sehr, dass die Turbulenzen möglichst bald wieder enden, Vernunft einkehrt", sagte der SPD-Politiker weiter. Die Regierungen in Riad und Teheran müssten "sich darauf besinnen, worauf es wirklich ankommt: die militärischen Konflikte zu entschärfen, in Syrien, im Jemen und anderswo politische Lösungen zu befördern und dadurch ISIS den Boden zu entziehen".

"Genug ist genug"

Mit Blick auf die jüngste Hinrichtungswelle in Saudi-Arabien und die Lage der Menschenrechte in dem Königreich sagte Steinmeier: "Wir haben Werte, die wir hoch halten, und wir haben Interessen, die wir schützen wollen." Das gehe aber nur, "wenn man mit den entscheidenden Akteuren im Dialog bleibt, auch wenn das nicht leicht ist und auch schwierige Themen auf den Tisch kommen."

Auch die Türkei rief Saudi-Arabien und den Iran zu Maßnahmen zur Entspannung der Lage auf. Der Streit, der durch die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im sunnitisch regierten Saudi-Arabien ausgelöst wurde, verschärfe die Spannungen im gesamten Mittleren Osten, sagte Vize-Regierungschef Numan Kurtulmus am Montagabend in Ankara. Dabei gleiche die Region ohnehin schon einem "Pulverfass". In der ersten Reaktion der Türkei auf die Krise sagte Kurtulmus laut der Nachrichtenagentur Anadolu weiter: "Genug ist genug. Wir brauchen unseren Frieden in der Region."

Der schiitisch geprägte Iran und das sunnitische Saudi-Arabien ringen seit Jahren um die Vormachtstellung am Golf. Auslöser der jüngsten Eskalation war die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Scheich Nimr Baker al-Nimr am Samstag in Saudi-Arabien. Demonstranten griffen daraufhin in Teheran die saudiarabische Botschaft an, am Sonntag verkündete die Regierung in Riad den Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Saudi-Arabien stoppte am Montag zudem den Luftverkehr in den Iran.

Quelle: n-tv.de

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