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Beamter des LKA Sachsen vor kinderpornografischen Bildern: Sogenannte "Massensammler" profitieren durch die leichtere Verfügbarkeit der Bilder im Netz.
Beamter des LKA Sachsen vor kinderpornografischen Bildern: Sogenannte "Massensammler" profitieren durch die leichtere Verfügbarkeit der Bilder im Netz.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Längere Haft, höhere Geldbußen: Strafen für Kinderpornografie sollen steigen

Das Internet hat die Bedingungen für Sammler von kinder- und jugendpornografischem Material stark erleichtert. Nicht zuletzt wegen des Falls Edathy handelt die Bundesregierung nun. Die Strafen für Nutzer sollen drastisch verschärft werden.

Der Besitz von Kinder- und Jugendpornografie soll am morgigen Mittwoch von der Bundesregierung durch eine Änderung des Sexualstrafrechts deutlich schärfer unter Strafe gestellt werden. Laut dem Gesetzesentwurf soll eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe für entsprechende Delikte verhängt werden können. Als kinder- und jugendpornografisches Material gelten dabei auch solche Aufnahmen, die die abgebildeten Personen in einer "unnatürlich geschlechtsbetonten Körperhaltung" zeigen.

Ungeachtet des Alters der Abgebildeten sollen auch bloßstellende Bilder unter Strafe gestellt werden. Die unbefugte Herstellung oder Verbreitung von Aufnahmen, die das Ansehen der dargestellten Menschen erheblich beeinträchtigen können, sollen dem Entwurf zufolge bis zu zwei Jahre Haft nach sich ziehen können.

Internet hat "Markt" enorm angekurbelt

Angaben der Union zufolge soll die nun geplante Verschärfung der Strafen noch umfassender sein, als ursprünglich geplant. "Damit tragen wir etwa dem gestiegenen Markt durch Massensammler Rechnung, denen eine einzelne Erwerbshandlung oft nicht nachweisbar ist", sagte CDU-Vize Thomas Strobl der Tageszeitung "Welt".

Durch das Internet werde es solchen Extremsammlern ermöglicht, große Mengen kinderpornographischen Materials zu horten. Im Ergebnis sei dann häufig nur der Besitz nachweisbar. "Aber gerade durch solche Extremsammler wird der Markt angekurbelt und unsägliches Leid verursacht",

Mit der Neuregelung zieht die Bundesregierung auch die Konsequenzen aus dem Fall des früheren SPD-Abgeordneten Sebastian Edathy, der ursprünglich wegen des Besitzes nicht eindeutig pornografischer Aufnahmen in die Schlagzeilen geraten war. Inzwischen ist er wegen Kinderpornografie angeklagt.

Quelle: n-tv.de

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