Donnerstag, 17. Dezember 2009
Keine Nachrichten und Zeitung: Streik lähmt Griechenland
Griechenland ist Pleite und will mit einem strikten Sparkurs aus der Krise kommen. Als Reaktion auf die Ankündigungen treten nun allerdings Ärzte und Journalisten in Streik.In Griechenland haben nach der Ankündigung eines massiven Sparprogramms zur Abwendung des Staatsbankrotts landesweite Streiks der Ärzte und der Journalisten begonnen. In Krankenhäusern wurden alle Sprechstunden abgesagt. Nur dringende Fälle wurden behandelt. Seit 5.00 Uhr gibt es im Radio und Fernsehen keine Nachrichten mehr. Der Streik der Journalisten soll am Freitagmorgen beendet werden.
Als Folge des Streiks wird es am Freitag keine Zeitungen geben. Auch die nationale Nachrichtenagentur ANA wird für 24 Stunden bestreikt. Am Vortag hatten bereits die Lehrer gestreikt. Sie legten auch am Donnerstag die Arbeit für drei Stunden nieder. Die Streiks richten sich gegen die Sparpolitik der sozialistischen Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou und gegen Pläne, finanziell gesunde Rentenkassen mit defizitären zu fusionieren. Zudem fordern die Krankenhausärzte und die Lehrer die Anstellung von mehr Personal.
Abstufung als "Blitzeinschlag"
Am Vorabend hatte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) ihr Kreditrating für Griechenland gesenkt. Die Kreditwürdigkeit des Landes werde von "A-" auf "BBB+" reduziert, teilte S&P in London mit. Bereits vergangene Woche hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands auf "BBB+" herabgestuft.
Als Antwort auf diesen "neuen Blitzeinschlag", wie die griechische Presse die Herabstufung charakterisierte, habe der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou in London reagiert: Während eines Treffens mit der Finanzelite des "City" habe er am späten Mittwoch erklärt, es werde in Griechenland künftig vier Prozent weniger Lohn für alle Staatsangestellten geben. Zudem plane die sozialistische Regierung staatliche Unternehmen zu privatisieren. Darunter seien die Agrarbank und die Postbank, hieß es in einem Bericht der linksliberalen Zeitung "Eleftherotypia"
Papandreou appelliert an Bevölkerung
Papandreou hatte alle Griechen aufgerufen, "die Reihen zu schließen" und gemeinsam zu handeln. Nur so könne eine Pleite des hoch verschuldeten Landes verhindert werden. Mit 300 Milliarden Euro Schulden laufe das Land Gefahr, praktisch seine Souveränität zu verlieren. Im Januar muss Athen seine Finanzpolitik detailliert der EU in Brüssel präsentieren.
Papandreou kündigte an, Korruption, Vetternwirtschaft und Steuerhinterziehung zu bekämpfen. Er will zudem Umwelttechnologien fördern und die Rentenkassen sanieren..
dpa
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