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Bis zu 5000 Menschen kamen in Dresden zusammen.
Bis zu 5000 Menschen kamen in Dresden zusammen.(Foto: imago/epd)

In Dresden: Tausende demonstrieren für Flüchtlinge

Pegida steht nicht für ganz Dresden. Um zu beweisen, wie bunt die Stadt an der Elbe tatsächlich ist, gehen mehrere Tausend Menschen auf die Straße - und haben eine besondere Forderung im Gepäck.

Mehrere Tausend Menschen haben in Dresden für die Belange von Flüchtlingen demonstriert. Die Elbstadt war bewusst für die bundesweit beworbene Aktion ausgewählt worden, da hier die islamkritische Pegida-Bewegung entstand. Redner warfen den Anhängern von Pegida vor, ein rassistisches Klima gefördert zu haben.

Nach einem Meeting auf dem Theaterplatz zogen die Demonstranten zu beiden Seiten der Elbe durch die Stadt. Auch mehrere Politiker von Linken, SPD und Grünen reihten sich ein, darunter Linke-Parteichefin Katja Kipping und die beiden SPD-Ministerinnen im sächsischen Kabinett, Eva-Maria Stange (Wissenschaft und Kunst) und Petra Köpping. Die Veranstalter sprachen von 5000 Teilnehmern, die Polizei von 3500.

Nach Auffassung von Integrationsministerin Köpping wird häufig über Flüchtlinge geredet, aber zu selten mit ihnen. Notwendig sei eine bessere Betreuung und eine schnellere Bearbeitung der Asylanträge. "Das dritte große Thema ist Arbeit. Die Menschen, die zu uns kommen, wollen arbeiten, Geld verdienen und niemandem auf der Tasche liegen", sagte sie. Zugleich räumte sie Probleme mit der Erstaufnahme von Asylsuchenden in Sachsen ein. Momentan fehlten etwa 500 Plätze. Das sei aber genauso lösbar wie die spätere Unterbringung in Wohnungen.

Zu den Demonstration hatten Flüchtlingsorganisationen aufgerufen. Redner berichteten von ihren Erfahrungen mit Alltagsrassismus und über das Leben in Massenunterkünften. "Wir würden gern in normalen Wohnungen leben und uns frei bewegen können", hieß es in einem Aufruf, der zu Beginn der Kundgebung verlesen wurde. Die Situation in den Lagern und Heimen sei katastrophal. Die Veranstalter verurteilten eine Kriminalisierung von Flüchtlingen und forderten Deutschkurse.

Quelle: n-tv.de

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