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Auch an der Grenze zwischen Serbien und Mazedonien warten Flüchtlinge auf Durchlass.
Auch an der Grenze zwischen Serbien und Mazedonien warten Flüchtlinge auf Durchlass.(Foto: dpa)

11.000 Flüchtlinge über Weihnachten: Tausende kommen weiter über den Balkan

Weder die Kälte noch Zäune halten sie auf: Nach wie vor flüchten täglich Menschen vor Krieg und Terror nach Westeuropa. In Slowenien, aber auch in Griechenland kommen Tausende Menschen an. Gleichzeitig startet Frontex eine Grenzschutz-Aktion.

Auch zum Jahresende kommen weiter täglich Tausende Flüchtlinge über die Balkanroute nach Europa. Allein am Dienstag seien bis zum Mittag in Slowenien 2000 Migranten gezählt worden, berichtete Innenstaatssekretär Bostjan Sefic in Ljubljana. Am Vortag seien es 4200 gewesen - und über das Weihnachtswochenende fast 11.000 Menschen. Seit Ungarn Mitte Oktober seine Grenzen mit einem Zaun dichtgemacht hat und die Balkanroute über das EU-Land Slowenien läuft, sind knapp 372.000 Menschen in Richtung Österreich und Deutschland durchgereist.

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Auch der Flüchtlingsandrang aus der Türkei nach Griechenland ist ungebrochen. Am Dienstagmorgen kamen rund 1000 Flüchtlinge an Bord einer Fähre im Hafen von Piräus an. Weitere 1500 sollten am Nachmittag mit einer anderen Fähre dort eintreffen. Die Flüchtlinge und Migranten hatten von der Türkei aus hauptsächlich auf die griechischen Inseln Lesbos, Chios und Samos übergesetzt, teilte die Küstenwache mit.

Am Montag war eine umfangreiche Aktion der Europäischen Grenzagentur Frontex in der Ägäis angelaufen. In den kommenden Tagen sollen Hunderte Grenzbeamte aus verschiedenen EU-Staaten den Griechen helfen, ihre Grenzen zur Türkei zu kontrollieren. Nach neuesten Angaben des UN-Flüchtlingswerks (UNHCR) kamen seit Jahresbeginn bis zum 27. Dezember 840.839 Flüchtlinge auf dem Seeweg von der Türkei nach Griechenland. 57 Prozent dieser Menschen stammen aus Syrien.

Österreich stoppt Einwanderer

Unterdessen hat die österreichische Polizei Hunderten Einwanderern an der slowenischen Grenze aufgrund ihrer Nationalität die Einreise verweigert. Bei mit Dolmetschern durchgeführten Stichproben sei festgestellt worden, dass viele Migranten aus anderen Ländern stammen würden, als sie behaupteten, sagte ein Sprecher. "Wir gehen davon aus, dass einige die Gunst der Stunde auszunutzen versuchen, im Wissen, dass sie wenig Aussichten auf Asyl in Österreich und Deutschland haben", sagte er. Welche Nationalität die Migranten hätten, sei nicht eindeutig feststellbar gewesen.

Die abgewiesenen Einwanderer, die mit regulären Transportbussen nach Österreich gereist seien, hätten auch keine Registrierungszettel bei sich gehabt. Daraufhin seien sie wieder nach Slowenien zurückgeschickt worden. Insgesamt treffen auch in Österreich weiterhin Tausende Migranten ein. "Seit Wochen kommen täglich rund 3000 Flüchtlinge über die Grenze in Kärnten", so der Polizeisprecher.

Erstanträge im November auf Höchststand

Nach Angaben des Innenministeriums haben von Januar bis November insgesamt 80.470 Menschen in Österreich Asyl beantragt. In Deutschland zählte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) im gleichen Zeitraum 392.028 Erstanträge von Flüchtlingen - ein Drittel davon stellten Syrer. Danach folgten Albaner und Kosovaren.

Seit Inkrafttreten des verschärften Asylgesetzes Ende Oktober ging die Zahl der Flüchtlinge aus den Balkanländern allerdings zurück. Albanien, das Kosovo und Montenegro waren per Gesetz als "sichere Herkunftsstaaten" eingestuft worden - ein Signal, das offenbar abschreckende Wirkung entfaltet hat. Im November wurde nur noch jeder zehnte Erstantrag von einem Balkan-Flüchtling gestellt. Trotzdem erreichte die Antragszahl seit Januar 2014 einen neuen Höchststand. Die meisten Anträge stellten nun Syrer, Afghanen und Iraker.

Quelle: n-tv.de

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