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Die Hagia Sophia (links im Bild) war einst eine der größten Kirchen der Region. Ab 1453 war das Gebäude eine Moschee, seit 1931 ist es ein Museum.
Die Hagia Sophia (links im Bild) war einst eine der größten Kirchen der Region. Ab 1453 war das Gebäude eine Moschee, seit 1931 ist es ein Museum.(Foto: imago/Westend61)

Christliches Gotteshaus in Istanbul: Türkei genehmigt ersten Kirchenbau seit 1923

Zum ersten Mal in ihrer 91-jährigen Geschichte hat die Türkische Republik den Neubau einer christlichen Kirche genehmigt. Bislang durften diese in der Türkei nicht neu entstehen.

Erstmals seit der Gründung der Türkischen Republik im Jahr 1923 hat die Regierung in Ankara den Bau einer neuen christlichen Kirche genehmigt. Das Gotteshaus der christlichen syrischen Minderheit solle im Istanbuler Stadtteil Yesilköy am Marmarameer auf städtischen Grund und Boden entstehen, hieß es aus Kreisen der islamisch-konservativen Regierung in der Hauptstadt. Bislang seien in der modernen Türkei nur Kirchen saniert oder wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden, hieß es. Ein Neubau sei aber nie genehmigt worden.

Die Bevölkerung der laut Verfassung laizistischen Türkei ist zu 99 Prozent muslimischen Glaubens. Der Staatsführung um Präsident Recep Tayyip Erdogan wird von Kritikern vorgeworfen, das Land islamisieren zu wollen. Angehörige christlicher Minderheiten werden in der Türkei vereinzelt Opfer von religiös motivierter Gewalt.

Der christlichen syrischen Minderheit in der Türkei gehören etwa 20.000 Menschen an. Es handelt sich um orthodoxe und katholische Christen, die vor allem im Südosten des Landes leben. Insgesamt leben noch rund 100.000 Christen in der Türkei. Im ganzen Land gibt es über 340 christliche Kirchen. Das neue Gotteshaus soll den Angaben aus Regierungskreisen zufolge aus den Mitteln einer Stiftung bezahlt werden. Mit dem Bau soll demnach in den kommenden Monaten begonnen werden.

Quelle: n-tv.de

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