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Zwei pakistanische Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos.
Zwei pakistanische Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos.(Foto: imago/Markus Heine)

Problematik Wirtschaftsflüchtlinge: Türkei kommt Europäern entgegen

Sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge sollen von der Türkei aus Griechenland zurückgenommen werden. Einem Bericht zufolge hat Ankara vor dem EU-Türkei-Gipfel eine entsprechende Bereitschaft dazu signalisiert.

Die Türkei ist einem Bericht zufolge bereit, sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge aus Griechenland in einem Schnellverfahren zurückzunehmen. Dies solle am Dienstag bei einem Treffen der Regierungschefs beider Staaten in Izmir beschlossen werden, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Vertreter beider Seiten finalisierten derzeit die Details, meldete das Blatt unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Laut "FAS" soll Griechenland nach EU-Vorstellungen binnen 48 Stunden einen Rückführungsantrag stellen. Die Türkei soll sich dann verpflichten, in zwei weiteren Tagen darüber zu entscheiden. Positive Bescheide sollen innerhalb von einer Woche vollzogen werden. Gegenwärtig dauert das Prozedere mehrere Monate, bis Anträge gestellt und entschieden sind. Das neue Schnellverfahren sollte über die Registrierzentren auf fünf griechischen Inseln abgewickelt werden.

Gesundheitszentrum geplant

Unterdessen hat die griechische Regierung hat die Einrichtung eines Gesundheitszentrums für Tausende an der Grenze zu Mazedonien wartenden Flüchtlinge angekündigt. Die Einrichtung in der Grenzstadt Indomeni solle bis zum 9. März einsatzfähig sein, hieß es in Athen.  Bis Sonntagmorgen stieg die Zahl der im Grenzgebiet oft nur in Zelten wartenden Flüchtlinge nach Schätzungen von Medien und humanitären Hilfsorganisationen auf etwa 14.000. Sie erhalten bisher nur von privaten Organisationen medizinische Hilfe.

Erkältungen und Atemwegserkrankungen sind gerade bei Kindern häufig. Der Gouverneur der Region, Apostolos Tzitzikostas, hatte die Regierung zuvor aufgefordert, den Notstand für die Grenzregion auszurufen.  Seit Mazedonien kaum noch Flüchtlinge aus Griechenland passieren lässt, verschlechtern sich auch die ohnehin seit langem gespannten bilateralen Beziehungen weiter. Das griechische Außenministerium habe Mazedonien vor schweren Folgen für die Beziehungen gewarnt, hieß es in Regierungskreisen in Athen. Welche das sein könnten, blieb offen.

Quelle: n-tv.de

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