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Akbay erlangte in Deutschland Bekanntheit, weil er die "Frankfurter Rundschau" kaufen wollte.
Akbay erlangte in Deutschland Bekanntheit, weil er die "Frankfurter Rundschau" kaufen wollte.(Foto: picture alliance / dpa)

Erdogans Urlaubsort publiziert: Türkei lässt Verleger Akbay festnehmen

In der Türkei droht offenbar die nächste Zeitung zu verstummen. Die Staatsanwaltschaft ordnet die Festnahme des Verlegers Burak Akbay an: Sein regierungskritisches Blatt "Sözcü" ist die drittgrößte Tageszeitung des Landes. Der Vorwurf wirkt derweil befremdlich.

Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hat die Festnahme des Herausgebers der regierungskritischen Zeitung "Sözcü", Burak Akbay, angeordnet. Die Verantwortliche für den Online-Auftritt der Zeitung, Mediha Olgun, sei bereits festgenommen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Akbay halte sich im Ausland auf.

"Sözcü" ist mit einer Auflage von 270.000 Exemplaren die drittgrößte Zeitung in der Türkei. Insgesamt seien vier Mitarbeiter des Blattes zur Fahndung ausgeschrieben worden, darunter Akbay und Olgun, heißt es. Den Verdächtigen werde vorgeworfen, Straftaten zugunsten der Gülen-Bewegung begangen zu haben, ohne der Organisation anzugehören. Die türkische Regierung macht die Gülen-Bewegung für den Putschversuch im Juli des vergangenen Jahres verantwortlich.

Die regierungsnahe Zeitung "Sabah" berichtet, bei den Vorwürfen gegen "Sözcü" gehe es um einen Bericht vom 15. Juli 2016, in dem das Blatt den Urlaubsort von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan öffentlich machte. Stunden später begann der Umsturzversuch, bei dem Putschisten das Hotel in Marmaris angriffen. Erdogan war kurz zuvor abgereist. "Sözcü" bestätigte zunächst lediglich, dass es eine Operation gegen die Zeitung gebe. Die Redaktion teilte mit, die Zeitung werde nicht verstummen.

In der Türkei sitzen Dutzende Journalisten im Gefängnis, darunter auch der deutsch-türkische "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel. Die Regierung ließ zahlreiche kritische Medien schließen. Auf der diesjährigen Rangliste von Reporter ohne Grenzen liegt die Türkei auf Platz 155 von 180.

Quelle: n-tv.de

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