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Zwei der insgesamt acht Militärs, die maßgeblich am Putschversuch in der Türkei beteiligt gewesen sein sollen. Die Männer bestreiten das.
Zwei der insgesamt acht Militärs, die maßgeblich am Putschversuch in der Türkei beteiligt gewesen sein sollen. Die Männer bestreiten das.(Foto: imago/Xinhua)
Donnerstag, 22. September 2016

Griechenland lehnt Gesuch ab: Türkische Offiziere bekommen kein Asyl

Nach dem Putschversuch in der Türkei flüchten acht Militärs ins benachbarte Griechenland. Dort bitten sie um Asyl. Nach wochenlanger Prüfung wird nun über den ersten Antrag entschieden. Das Resultat fällt negativ aus.

Zwei Monate nach dem Putschversuch in der Türkei hat Griechenland das Asylgesuch eines ins Nachbarland geflüchteten türkischen Offiziers abgelehnt. Dies sagte seine Anwältin Stavroula Tomara. Zudem seien die Asylanträge von zwei weiteren Offizieren "eingefroren" worden. Insgesamt waren acht Militärs nach dem Umsturzversuch mit dem Hubschrauber im Nachbarland gelandet.

Die restlichen fünf Entscheidungen stünden noch aus, sagte die Anwältin, die alle acht türkischen Militärs vertritt. Der Gruppe wird von Ankara vorgeworfen, in den gescheiterten Militärputsch Mitte Juli verwickelt gewesen zu sein. Die Männer weisen das zurück.

Sie waren kurz nach der Revolte mit einem Militärhubschrauber in der nordgriechischen Hafenstadt Alexandroupoli gelandet und baten dort um Asyl. Die Türkei fordert seitdem ihre Auslieferung - die acht Männer argumentieren, dass ihnen in ihrer Heimat ein unfairer Prozess droht.

Anwältin will Berufung einlegen

Tomara sagte, sie werde Berufung gegen die Ablehnung des Asylgesuchs einlegen und eine Wiederaufnahme der Prüfung der beiden auf Eis gelegten Fälle beantragen. Die Entscheidung der griechischen Behörden beruhe auf der "willkürlichen" Annahme, die Gruppe sei in den Putschversuch verwickelt. Wie aus griechischen Regierungskreisen verlautete, bedeutet die Entscheidung nicht die unmittelbare Ausweisung der Antragsteller.

Der griechischen Nachrichtenagentur ANA zufolge trafen Regierungschef Alexis Tsipras und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei der Uno in New York aufeinander. Demnach sagte Tsipras zu Erdogan, dass die Demokratie für Griechenland "sehr wichtig" und Putschisten im Land "nicht willkommen" seien.

Ankara bezeichnet die acht geflohenen Militärs als "Terroristen". Die türkische Führung geht seit der Revolte der Streitkräfte massiv gegen ihre vermeintlichen Gegner vor. Im Fokus stehen besonders Anhänger der islamischen Bewegung des Predigers Fethullah Gülen, den Ankara für den Putschversuch verantwortlich macht.

Quelle: n-tv.de

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