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Fergusons Polizei wird vorgeworfen, unverhältnismäßig oft Afroamerikaner ohne Rechtfertigung festzunehmen.
Fergusons Polizei wird vorgeworfen, unverhältnismäßig oft Afroamerikaner ohne Rechtfertigung festzunehmen.(Foto: picture alliance / dpa)

Reform der Polizei nicht umgesetzt: US-Regierung verklagt Stadt Ferguson

Nach den tödlichen Schüssen auf einen 18-jährigen Afroamerikaner und den darauf folgenden schweren Krawallen gelobt die Polizei der Stadt Ferguson Besserung. Doch die Reformen bleiben aus. Nun ist die Geduld der US-Regierung am Ende.

Die US-Regierung hat die Stadt Ferguson im US-Bundesstaat Missouri nach einem Streit um die Reformierung der Polizeiarbeit verklagt. Das Justizministerium habe am Mittwoch eine entsprechende Klage eingereicht, sagte Justizministerin Loretta Lynch in Washington. Die Bevölkerung Fergusons habe fast ein Jahr lang auf die Umsetzung der mit der Regierung abgesprochenen Reformen gewartet, sagte Lynch: "Sie sollten nicht länger warten müssen".

Der Polizei Fergusons wird unter anderem vorgeworfen, unverhältnismäßig oft Afroamerikaner ohne juristische Rechtfertigung festzunehmen, zu durchsuchen und übermäßig Gewalt anzuwenden. Die Polizei der Stadt in der Nähe der Metropole St. Louis hatte nach schweren Krawallen im Sommer 2014 unter anderem zugesagt, ihr System der internen Rechenschaftspflicht von Beamten für deren Handlungen zu verbessern und Fortbildungen für den Abbau von Vorurteilen anzubieten.

Die US-Justizbehörde hatte 2014 ein Ermittlungsverfahren gegen Ferguson eingeleitet, nachdem der 18-jährige Afroamerikaner Michael Brown von einem weißen Polizisten erschossen worden war. Der Reformplan wurde mit dem Justizministerium über Monate verhandelt. Die Polizei stand wegen der teils paramilitärisch anmutenden Reaktion auf nächtliche Krawalle nach dem Tod Browns damals öffentlich in der Kritik.

Quelle: n-tv.de

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