Politik
(Foto: REUTERS)

Romney gesteht Niederlage ein: "Kein Platz für politisches Gezänk"

Der Herausforderer ist gescheitert. Nach einer spannenden Wahlnacht muss Mitt Romney als Verlierer vor die Kameras treten. Der Republikaner hat keine landesweite Wechselstimmung entzündet.

Zögerlich, aber gefasst hat der im Geschäftsleben erfolgsverwöhnte Mitt Romney seine Niederlage im Rennen ums Weiße Haus eingeräumt. Erst mehr als eineinhalb Stunden nach der Entscheidung trat der Hoffnungsträger der Republikaner in Boston vor seine enttäuschten Anhänger. Er gratulierte dem Amtsinhaber Barack Obama zur Wiederwahl.

Er wünsche Präsident Obama Erfolg, sagte der 65-Jährige mit gefasster Stimme. Die Nation befinde sich in einer schwierigen Lage. "Da ist kein Platz für politisches Gezänk", gab sich der unterlegene Kandidat versöhnlich.

"Ich habe für das Amt kandidiert, weil ich besorgt um Amerika bin", sagte Romney in der Nacht zum Mittwoch. "Ich bete für den Erfolg des Präsidenten bei der Führung unserer Nation." Die Wahl sei vorbei, "aber unsere Prinzipien haben weiter Bestand". Über seinen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten, Paul Ryan, sagte er, dies sei nach seiner Frau die "beste Wahl meines Lebens" gewesen. Ryan könnte künftig eine zentrale Rolle bei den Republikanern spielen. Ein "Ende des politischen Gezänks" ist mit ihm allerdings kaum zu erwarten.

"Ich habe mir so sehr gewünscht, eure Hoffnungen zu erfüllen, das Land in eine andere Richtung zu führen", sagte der frühere Gouverneur von Massachusetts. Zugleich bedankte sich Romney bei seinen Mitstreitern und seiner Frau Ann. "Sie wäre eine wundervolle First Lady gewesen."

Trotz der nur schleppend in Gang kommenden US-Konjunktur und hoher Arbeitslosigkeit gelang es Romney nicht, landesweit eine breite Wechselstimmung zu erzeugen. Selbst die eigene Partei stand nicht geschlossen hinter ihm: Konservative Kreise hielten den Multimillionär zu liberal, andere kritisierten ihn als zu wenig prinzipientreu.

Den Ruf des Flip-Floppers, des Wendehalses, der seine Ansichten gern wie das Fähnchen in den Wind hängt, hatte auch das Obama-Lager immer wieder transportiert. Es gelang den Demokraten auch, Romney als "kaltherzigen Superreichen" darzustellen, der für die Sorgen und Nöte der "einfachen Leute" kein Gespür habe.

Für den Mormonen war es bereits der zweite Anlauf fürs Weiße Haus. 2008 bewarb er sich erstmals um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Doch statt seiner zog John McCain ins Rennen gegen Obama - und verlor.

Üblicherweise gestehen Verlierer bei US-Wahlen ihre Niederlage rasch ein. 2008 hatte der Verlierer John McCain dies nach etwa einer halben Stunde getan, nachdem die Sender damals Obamas Triumph gemeldet hatten.

Quelle: n-tv.de