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Die Wiederwahl von Barack Obama wird international begrüßt.
Die Wiederwahl von Barack Obama wird international begrüßt.(Foto: REUTERS)

Glückwünsche und hohe Erwartungen: Reaktionen auf Obamas Sieg

Der Wiederwahl von US-Präsident Obama wird von hochrangigen Politikern in Deutschland begrüßt. Auch international gibt es viele Stimmen, die sich freuen, nahtlos an die erfolgreiche Kooperation in der ersten Amtszeit anknüpfen zu können. In die Glückwünsche mischen sich Erwartungen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel(Foto: picture alliance / dpa)

Unmittelbar nach der Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama melden sich zahlreiche Stimmen aus Politik und Wirtschaft zu Wort. Insgesamt überwiegt die Erleichterung. Wenn auch zweifellos hohe Erwartungen an seine zweite Amtszeit gestellt werden. Es gibt aber skeptische Äußerungen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte US-Präsident Barack Obama zu seiner Wiederwahl und bot weiterhin enge Zusammenarbeit an. Bereits die erste Amtszeit Obamas sei von einer engen und freundschaftlichen Kooperation geprägt gewesen, schrieb Merkel in ihrem Glückwunschschreiben. "Ich freue mich darauf, dies fortsetzen zu können." Merkel lud Obama zu einem baldigen Deutschland-Besuch ein. "Es wäre mir eine Freude, Sie bald wieder als meinen Gast in Deutschland begrüßen zu können."

Sie schätze die zahlreichen Begegnungen und Gespräche über alle Fragen zur Weiterentwicklung der deutsch-amerikanischen Beziehung und über die Bewältigung der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, schrieb Merkel. Zudem hob die Kanzlerin das gemeinsame Vorgehen in Afghanistan und gegen das iranische Atomprogramm hervor.

Gauck: Deutschland und USA Seite an Seite

Bundespräsident Joachim Gauck versicherte dem wiedergewählten US-Präsidenten der engen Freundschaft Deutschlands. "Als Partner gleicher Werte und Überzeugungen tragen wir gemeinsam Verantwortung in unserer einen Welt, auch über die Grenzen unserer Länder hinaus", erklärte Gauck in seinem Glückwunschschreiben. "Wir sind gefordert, die globalen Herausforderungen und Bedrohungen für Freiheit, Frieden, Wohlstand und unsere Umwelt anzunehmen. Dazu wird Deutschland an der Seite der Vereinigten Staaten von Amerika auch weiterhin verlässlich seinen Beitrag leisten."

Bundespräsident Joachim Gauck
Bundespräsident Joachim Gauck(Foto: picture alliance / dpa)

Gemeinsame Werte wie Freiheit, Menschenrechte und Demokratie seien das Fundament der langjährigen Freundschaft zwischen beiden Staaten und Völkern, schrieb Gauck weiter. "Nie werde ich vergessen, dass die Vereinigten Staaten von Amerika uns Deutschen unverbrüchlich zur Seite standen, wann immer es um die Freiheit und Einheit unseres Landes ging."

Westerwelle: Mehr Einsatz für Wachstum

Bundesaußenminister Guido Westerwelle forderte von den USA nach der Wahl mehr Einsatz für Wirtschaftswachstum. "Wir wollen gemeinsam mehr für den Freihandel tun. Das liegt im europäischen und im amerikanischen Interesse und schafft Wachstum", sagte der FDP-Politiker in der ARD. Auch die USA wüssten, dass eine schuldenfinanzierte Politik an ihr Ende gekommen sei. Außenpolitisch setzt Westerwelle auf die gute Zusammenarbeit mit dem alten und neuen US-Präsidenten: "Wir haben außenpolitisch mit der Administration von Präsident Barack Obama sehr gut zusammengearbeitet, wir hatten auch noch vieles gemeinsam vor."

Der FDP-Politiker glaubt nicht daran, dass die politische Blockade wegen der weiter unterschiedlichen Mehrheitsverhältnisse in beiden Kammern des US-Parlaments anhält. Er rechne "nicht mit einer Fortsetzung dieser eingefrorenen Situation". So seien zahlreiche Vertreter der Tea-Party-Bewegung abgewählt worden, was dafür spreche, dass nun "mehr Miteinander" möglich sei.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier(Foto: picture alliance / dpa)

Viele Politiker meldeten sich im Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort. Dort schrieb SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier: "Meine Befürchtung war, dass ein Präsident Romney ein ohnehin gespaltenes Land eher weiter auseinander treibt. Obama hat das Potenzial, die unterschiedlichen Interessen, Schichten und Ethnien in dem Land zusammenzuführen. Man darf nicht unterschätzen, was Obama bislang geschafft habe. Eine Gesundheitsreform in den USA ist eine kleine Revolution.“

Van Rompuy: "Sehr glücklich  über Wiederwahl"

Der britische Premierminister David Cameron gratulierte als einer der ersten: "Herzliche Glückwünsche für meinen Freund Barack Obama. Freue mich auf die weitere Zusammenarbeit." EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy schrieb: "Ich begrüßte den Wahlsieg Obamas und bin sehr glücklich über das Ergebnis."

Präsident der Europäischen Kommission José Manuel Barroso (r) und EU-Ratspräsident Van Rompuy
Präsident der Europäischen Kommission José Manuel Barroso (r) und EU-Ratspräsident Van Rompuy(Foto: picture alliance / dpa)

EU-Kommissionschef José Manuel Barroso und Van Rompuy erklärten gemeinsamen: "Die Vereinigten Staaten sind ein strategischer Schlüsselpartner der Europäischen Union und wir erwarten, dass die in den vergangenen vier Jahren etablierte enge Zusammenarbeit mit Präsident Obama weitergeht, um unsere  bilateralen Beziehungen weiter zu stärken und gemeinsam die  globalen Herausforderungen in Angriff zu nehmen, einschließlich der Bereiche Sicherheit und Wirtschaft."

Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker erhofft sich, dass die künftige Zusammenarbeit nun leichter sein werde. "Das ist am Beginn einer zweiten Amtszeit eines US-Präsidenten immer so. Während seiner ersten Amtszeit konzentriert sich der Präsident normalerweise auf die schwierigen inneren Fragen. In der zweiten Amtszeit haben US-Präsidenten die Tendenz, die europäische Identität insgesamt wieder zu entdecken."

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erklärte: "Präsident Obama hat herausragende Führung bei der Bewahrung der unerlässlichen Verbindung zwischen Europa und Nordamerika gezeigt."

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu schrieb: "Ich werde weiter mit Präsident Obama zusammenarbeiten, um die grundlegenden  Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten und Israels zu wahren."

Auch der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat meldete sich per Twitter zu Wort: "Wir hoffen, dass Obamas zweite Amtszeit eine Zeit des Friedens, der Stabilität und Demokratie sein wird, während derer die Zwei-Staaten-Lösung umgesetzt und Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückziehen wird."

Der oppositionelle Syrische Nationalrat äußert Hoffnungen, "dass Präsident Obama Syrien unter die Prioritäten seiner Außenpolitik einreiht, um die Krise beenden zu können und das Streben des syrischen Volkes nach einer Wahl seiner Regierung und seines  Präsidenten Wirklichkeit werden zu lassen, so wie es das  amerikanische Volk getan hat."

Soros: Türöffner für eine vernünftige Politik

Aus der Wirtschaft meldete sich Star-Investor George Soros zu Wort:  "Die amerikanischen Wähler haben extremistische Positionen abgelehnt. Das öffnet die Tür für eine vernünftigere Politik. Die gewählten Republikaner werden in den kommenden Jahren hoffentlich bessere Partner sein - besonders notwendig ist das für die Vermeidung des sogenannten 'fiscal cliff'."

Neben Glückwünschen und Freude über die Wiederwahl Obamas, gab es aus der Wirtschaft auch Protest. Der US-amerikanische Milliardär Donald Trump machte seinem Unmut mit den Worten Luft: "Wir sollten nach Washington marschieren." Die USA seien keine Demokratie mehr, sagte der Immobilien-Tycoon als Reaktion auf den Wahlsieg Obamas. "Wir dürfen das nicht zulassen. Wir sollten diese Farce beenden. Unsere ganze Nation ist gespalten." Das Repräsentantenhaus dürfe keine Zugeständnisse an den Präsidenten machen, solange dieser nicht die Gesundheitsreform Obamacare rückgängig mache.

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Quelle: n-tv.de