Politik
Mit Waffen kennt sich Gingrich nicht aus, doch das Recht auf Waffenbesitz unterstützt er ohne Ausnahme.
Mit Waffen kennt sich Gingrich nicht aus, doch das Recht auf Waffenbesitz unterstützt er ohne Ausnahme.(Foto: REUTERS)

Die Chancenlosen: Schütze Newt und Schoko-Ron

von Sebastian Schöbel

Newt Gingrich ist zurzeit in seiner alten Heimat Georgia unterwegs. Billiges Benzin ist sein Hauptthema - doch er findet auch Zeit für Witze über Romneys Jagdleidenschaft. Ron Paul sammelt fleißig Delegierte und bekommt dabei süße Unterstützung.

Bilderserie

Auch sie machen noch mit im Rennen um das Weiße Haus: Newt Gingrich und Ron Paul. In Michigan und Arizona waren sie chancenlos, ans Aufgeben aber denkt offenbar keiner der beiden - schließlich ist auch auf den hinteren Plätzen so einiges los.

Gingrich ist zurzeit in seiner alten Heimat Georgia unterwegs. Drei Tage lang tourt er mit dem Wahlkampfbus durch den "Alten Süden", um am 6. März, dem "Super-Dienstag", wenigstens einen einzigen Sieg einfahren zu können. Denn in Georgia liegt Gingrich rund neun Prozentpunkte vor seinem ärgsten Rivalen Rick Santorum. Der allerdings holte in den vergangenen Wochen stetig auf - es könnte also eng werden für den ehemaligen Sprecher des US-Repräsentantenhauses.

Witze über Hobby-Jäger Romney

Ron-Paul-Schokoriegel als süße Spenden-Verlockung
Ron-Paul-Schokoriegel als süße Spenden-Verlockung

Niedrige Benzinpreise sind auch weiterhin Gingrichs Hauptthema, seine Pläne dazu legt er aktuell in halbstündigen Video-Vorlesungen vor einem blauen Vorhang dar. Allerdings scheint ihm das gerade nicht sonderlich zu helfen in den Umfragen - vor allem nicht gegen Santorum, der ihm kontinuierlich konservative Wähler wegschnappt. Wenigstens gegen Romney hat Gingrich nun einen neuen Schlachtruf gefunden: Waidmanns Heil!

In einem Werbespot macht er sich gerade über die missglückten Auslassungen Romneys zu dessen Jagdgewohnheiten lustig. Der Mormone hatte sich einst als "lebenslanger Jäger" bezeichnet, später aber zugegeben, hauptsächlich "Nagetieren" aufgelauert zu haben. Hämisch lässt Gingrichs Kampagne nun Hirsche und Wachteln für Romney Wahlkampf machen. Gingrich selbst jagt übrigens nicht, er füttert lieber Elefanten vor der Kamera oder posiert mit Tieren.

Vor allem aber hinterfragt der Spot Romneys Einstellung zu Waffengesetzen, einem Lieblingsthema der Konservativen. Der Spot zeigt frühere Aussagen Romneys, in denen er striktere Regeln für Waffenbesitz fordert, weil sie für Sicherheit auf den Straßen sorgen. Der Spot fragt: "Ist es das, was wir von unserem Kandidaten wollen?"

Dass Gingrich selbst nie eine Waffe besessen hat, erwähnt er freilich nicht.

"Freiheit schmeckte nie süßer"

Ron Paul hingegen konzentriert sich weiterhin auf das Sammeln von Delegierten, nicht auf das Gewinnen von Vorwahlen. Besonders ertragreich könnte diese Strategie am "Super Tuesday" in Virginia werden, wo nur Paul und Romney auf dem Wahlzettel stehen werden - Gingrich und Santorum hatten vor Meldeschluss nicht genug Unterschriften gesammelt. Insgesamt werden am 6. März 437 Delegierte vergeben, in den meisten Bundesstaaten proportional zu den Wahlergebnissen der Kandidaten.

Es ist ein beschwerlicher Pfad, den sich Paul da ausgesucht hat. Dachten sich wohl auch einige seiner Fans, und haben kurzerhand Wegzehrung für den Libertären ausgedacht: den "Paul-Riegel". Eine Tafel mit seinem Konterfei erklärt den Texaner zum "Champion der Verfassung" und "Milchschokoladen-Standard" (auch als Zartbitter erhältlich), ein Hinweis auf Pauls Forderung nach der Wiedereinführung des Gold-Standards. Die Einnahmen vom Verkauf gehen laut den Machern libertären Grasswurzel-Aktionen zugute.

Quelle: n-tv.de